Rundbriefkasten


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Da ich in Oberndorf arbeite …

…. dachte ich mir, ich müsste mal Heckler & Koch besuchen,
Deutschlands tödlichstes Unternehmen.

 

an:
hkinfoboard@heckler-koch-de.com
Friede
Friede
Sehr geehrte Damen und Herren von HK

Heute bei schönstem Mittagswetter setzte ich mein Vorhaben
um und spazierte um Ihr weitläufiges Firmengelände. Mit Ihren
vielen Kameras sahen Sie mich – doch sahen Sie mich? Ich erzähle
Ihnen von mir. Ich sandte Friedensgedanken ins feinstoffliche
Feld, ich betete um Frieden. Ob`s was brachte? Ich weiß es
nicht. Einige Ihrer Mitarbeiter traf ich – man begrüßte sich
freundlich mit „Mahlzeit“. Ich dachte an Hannah Arendts
Banalität des Bösen …

Beim Laufen, Grüßen und Friedensenergie-Senden kam mir die
Idee, dass ich doch einmal pro Monat am Eingangstor stehen
könnte – mit einem/einer Bekannten – mit einem Friedensplakat.
! ~  Das wäre echt stark  <~
Doch sogleich fiel mir ein, dass ich an einer staatlichen Schule
in Oberndorf arbeite und auch zukünftig das Schulamt als
potentiellen Arbeitgeber haben möchte – und verwarf
schnurstracks mein Vorhaben. Auch ich bin korrupt und
ziehe Bertolt Brechts Fressen der Moral vor …

Am Ende meines Spaziergangs stieg eine Frau aus einem Auto
aus und fragte nach dem Eingang, da sie ein Bewerbungsgespräch
habe. Ich wies ihr den Weg und sagte sonst nichts zu ihr.

Jetzt wissen Sie besser, wen ihre Kameras aufzeichneten.

Mit freundlichem Gruß
Andreas Straubinger


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Humanität …

… dürfe man nicht predigen, sagt Levinas,
man müsse sie auf sich nehmen. Inmitten der Trümmer,
die von den großen Glücksversprechungen übriggeblieben sind,
muss jeder selbst anfangen. Der Krieg aller gegen alle kann für
Levinas nur durchbrochen werden durch den geduldigen
Aufenthalt im Hier und Jetzt. Durch den selbstlosen Verzicht,
das gesteckte Ziel um jeden Preis erleben zu wollen. Es gebe
keine Garantie, kein Prinzip Hoffnung,  sondern nur die
unbedingte Verantwortung für den Anderen und die
Pflicht, aus seiner Selbstzufriedenheit zu erwachen.

zitiert aus Minute 38:
Liebesweisheit. Emmanuel Levinas – Der Philosoph des Anderen.

g

ichdu1


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Kann es Ostern werden?

21

21. Jh.  / EUDSSR

Die Werte des Rechtsstaats, der Demokratie, der Gerechtigkeit, des Friedens usw.
werden zunehmend dem Geld nachgeordnet, siehe aktuell Jefta.

 

1. Jh.  / Palästina

Jesus verkündet die Bergpredigt, welche wie die Gemeinschaftsregeln der
Essener auf dem mosaischen Gesetz basiert. In einer Zeit, wo Griechisch die
Verwaltungssprache wurde und die Besatzer massenhaft ihre repräsentativen
Bauten und sogar ganze Städte wie Sepphoris und Tiberias bauen, ist die
aramäische Kultur der Dörfer, ihre Traditionen, ihr Selbstbewusstsein
und ihre Souveränität in Frage gestellt. Jesus erinnert sie an ihre ihre Wurzeln.

Es geht eine tiefe Kluft durch die Gesellschaft, da manche mit dem System auf
Kosten des Volkes kollaborieren, vor allem die Geistlichkeit. Diese Enttäuschung
und Wut soll nach Jesus nicht zur gegenseitigen Selbstzerfleischung führen,
er wirkt heilend, ruft zum Verzeihen, ja sogar zur Feindesliebe auf.

Wahrscheinlich benutzte die Geistlichkeit auch damals schon salbungsvolle
Worte, um ihre Heuchelei und ihren Wucher zu kaschieren. Jesus benutzt
knallharte Worte und wendet sogar Gewalt gegen die Tempel-Bank an.

Die Synagogen zur Zeit Jesu waren keine “Kirchengebäude“ sondern
öffentliche Versammlungsplätze, wo das Religiöse seinen Platz hatte, aber
eben auch die Organisation der “weltlichen“ Angelegenheiten. Jesus besuchte
die verschiedenen Dorfversammlungen und gründete echte Gemeinschaften.
Er schickte seine Jünger zu zweit aus, so wie er zu heilen, predigen und
Austreibungen zu bewirken. Das Stärken des Einzelnen durch seine Aktivisten
und vorallem die Gemeinschaftsbildung waren seine Hauptschwerpunkte.

Neben der Tempelsteuer und dem Zehnten für die Priester müssen die
Menschen ihr Geld bzw. ihre Produkte auch für die römischen Abgaben
geben. Verschuldung und Hunger waren die Folge. Jesus linderte die aktuelle Not
mit großen Speisungen. Er forderte auf, sich gegenseitig die Schulden zu vergeben
und machte Mut, dass dieses Unterdrückungssystem samt Tempel bald der
Geschichte angehöre und sodann ein Reich nach Gottes Geboten komme.
Ob er für einen Steuerboykott eintrat, ist umstritten., da er sich nicht in
offene Opposition zu den Römern begeben durfte.

Jesus setzte sich für Gewaltfreiheit ein. Wenn ein Soldat dich zwingt, sein Gepäck
zu tragen, geh mit ihm die doppelte Strecke. Eine Provokation für die Zeloten,
zu denen er Kontakt hatte und die ebenso wie ehemalige Kollaborateure
teilweise auch in seiner Volksbewegung waren.

Und doch stand eine militärische Niederschlagung bevor. Es war usus, dass
das Römische Reich Unruheprovinzen gewaltsam befriedet. Deshalb ließ sich
Jesus als Aufwiegler freiwillig den Römern ausliefern. Er starb für sein Volk. Das
Kreuz war ein politisches Hinrichtungsinstrument und links und rechts ihm
zur Seite hingen Freiheitskämpfer oder Terroristen, je nach Perspektive.

Nach Ostern gediehen die Gemeinschaften. Man wurde unabhängiger vom Geld.
Der Heilige Geist war in Bewegung, das Reich Gottes breite sich netzwerkartig
aus.  Der Einzelne wurde gestärkt.

Doch ach: Die militanten Freiheitskämpfer „schafften es“, dass die Römer
doch noch miitärisch eingriffen. Und ein weiteres Ach: Das Römische Reich
korrumpierte viele Christen und wandelte so die Widerstandsbewegung
in eine systemstabilisierende Religion.

Können wir im 21. Jh. dem politischen Jesus nachfolgen?
Seine Werte und Prinzipien wieder zum Leben erwecken?
Es nochmal Ostern werden lassen?

h

 

 


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Von der SED zur Atlantik-Brücke

k
an:

bundespraesidialamt@bpra.bund.de
k

k

Sehr geehrter Herr Gauck

Zu Ihrem heutigen Abschied
erinnere ich Sie an zwei meiner Rundbriefe.
k

Der eine zu Ihrer SED-Konformität:

Δ
Gemäß des MfS-Hauptmanns Terpe war die Stasi zufrieden mit Ihnen,
wie Sie z.B. 1988 einen zu politischen Kirchentag in Rostock verhindert
hätten. Gemäß dieser Quelle plante 1988 die Stasi, Sie in näherer Zukunft
die IM-Verpflichtungserklärung unterschreiben zu lassen.
Kam die Wende dazwischen?

Δ
Ihre Nachfolgerin als Leiterin der Gauckbehörde Frau Birthler gibt zu
bedenken, dass man auch ohne Verpflichtungserklärung ein IM gewesen
sein könnte. Doch fehlen wohl in Ihrem Falle hierzu ausreichend Belege.
Könnte das damit zusammenhängen, dass Sie 1990 an zwei Tagen
stundenlang ganz allein (siehe S. 44 f.) mit Ihren persönlichen Stasi-Akten
zugange war? Warum war niemand anwesend und warum wurden Sie
nicht wenigstens beim Verlassen des Rostocker Archivs kontrolliert?

Δ
Warum legten Sie nicht 2000 gegen ein Urteil des Landgerichts Rostock
Berufung ein? Seitdem ist es rechtskräftig, dass Sie als Begünstigter der Stasi
benannt werden dürfen. Und wofür erhielten Sie Ihre Privilegien? Deck(t)en
Sie z.B. Folterer, wie Ihnen von diesem Folteropfer vorgeworfen wird?

Δ
Warum stellten Sie ehemalige Stasi-Mitarbeiter für die Gauck-Behörde ein?
Warum belogen Sie über deren Anzahl das Parlament? Sollten MfS-Mitarbeiter
reingewaschen werden? Warum verschwanden so viele Stasi-Unterlagen?
Wieviele? Wer außer dem BND und dem Verfassungsschutz bekam noch
Stasi-Unterlagen, siehe diesen Leserbrief vom 23.02.2012. Washington?
Welche unserer Politiker sind hiermit erpressbar?

k

Der andere Rundbrief bezog sich auf Ihre Forderungen
nach mehr deutschen Militäreinsätzen:

Es gibt zahlreiche Aussagen von Ihnen, die m.E. den
Eindruck erwecken, als wollten Sie deutsche Kriegseinsätze
normalisieren. Einigen Ihrer  Aussagen stelle ich Bibelstellen
gegenüber, welche Sie als Pastor kennen dürften.

aus Ihren Predigten Bibel
Sie (die Bundeswehr) hat unser Zutrauen verdient, nicht nur in Debatten um den ‚gerechten Krieg‘ zu bestehen, sondern auch einem ‚gerechten Frieden‘ einen Weg zu bahnen. dass in unserm Lande
Gerechtigkeit und Friede
sich küssen.
Psalm 85,10 f.
Deutschland ist überdurchschnittlich globalisiert und profitiert deshalb überdurchschnittlich von einer offenen Weltordnung – einer Weltordnung, die Deutschland erlaubt, Interessen mit grundlegenden Werten zu verbinden. […] Die Beschwörung des Altbekannten wird künftig nicht ausreichen! Die Kernfrage lautet doch: Hat Deutschland die neuen Gefahren und die Veränderungen im Gefüge der internationalen Ordnung schon angemessen wahrgenommen? Reagiert es seinem Gewicht entsprechend? […] Ich meine: Die Bundesrepublik sollte sich als guter Partner früher, entschiedener und substantieller einbringen. […] Manchmal kann auch der Einsatz von Soldaten erforderlich sein. […] Auch wer nicht handelt, übernimmt Verantwortung. Es ist trügerisch sich vorzustellen, Deutschland sei geschützt vor den Verwerfungen unserer Zeit – wie eine Insel. Denn Deutschland ist so tief verwoben mit der Welt wie wenige andere Staaten. Somit profitiert Deutschland besonders von der offenen Ordnung der Welt. Und es ist anfällig für Störungen im System. Eben deshalb können die Folgen des Unterlassens ebenso gravierend wie die Folgen des Eingreifens sein –  manchmal sogar gravierender (…) Völker. Da werden sie ihre
Schwerter zu Pflugscharen und
ihre Spieße zu Sicheln machen.
Denn es wird kein Volk wider
das andere das Schwert erheben,
und sie werden hinfort nicht
mehr lernen, Krieg zu führen.
Jesaja 2,4
Ich habe das Gefühl, dass unser Land eine Zurückhaltung, die in vergangenen Jahrzehnten geboten war, vielleicht ablegen sollte zugunsten einer größeren Wahrnehmung von Verantwortung Stecke dein Schwert wieder an
seinen Ort! Denn wer zum
Schwerte greift, wird durchs
Schwert umkommen!
“Mt 26,52
Ich war nie Pazifist. Es gibt immer wieder Situationen, in denen man ernsthaft prüfen muss, ob ein militärisches Engagement ethisch vertretbar, vielleicht sogar geboten ist.  Selig die Frieden stiften, denn
sie  werden Töchter und Söhne
Gottes genannt werden.
Mt 5,9
Ja“ zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen mit Partnern der Europäischen Union und des Nordatlantischen Bündnisses. Du sollst nicht töten!
Dekalog
dass eine funktionierende Demokratie auch Einsatz fordert, Aufmerksamkeit, Mut, und eben manchmal auch das Äußerste, was ein Mensch geben kann: das Leben, das eigene Leben. Wer das Leben liebt, suche den
Frieden und jage ihm nach!
1. Petr. 3,11

 

Ihre vielen diplomatisch formulierten Forderungen nach einer
Zunahme militärischer Auslandseinsätze widersprechen dem Geist
der Bibel, doch nicht dem Papier „Neue Macht – Neue Verantwortung„,
welches 2013  von der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ und auch
dem „German Marshall Fund“ veröffentlicht wurde. Beide Herausgeber
sind Mitglieder der Atlantik-Brücke. Sollten Sie womöglich auch,
Herr Gauck, etwas mit der Atlantik-Brücke zu tun haben? -> 2. Spalte …

k
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Straubinger


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Auch Trump drohnt

an:
president@whitehouse.gov
mail@bundestag.de
internetpost@bundesregierung.de
poststelle@auswaertiges-amt.de
lv.rheinland-pfalz@spd.de

Seit letzter Woche im Amt und schon ist D. Trump für 10 Drohnen-Tote
verantwortlich. Da dies ohne die Beihilfe Deutschlands nicht möglich
wäre, stellt sich mir die Frage, ob wir weiterhin mitmachen wollen

Quelle

oder ob wir unsere Unterstützung beim wöchentlichen Töten von
Muslimen
 beendenScheinbar wohl ersteres. Wenn unsere „Volksvertreter“
keine Konsequenzen ziehen und weiterhin unsere Verfassung missachten 

 

Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf
nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

GG, Art. 2

Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen
werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere
die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. 

GG, Art. 26

Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der
Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen,
dass von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird.

2+4 – Vertrag, Art. 2.

 

 wäre hier eine Möglichkeit, sich zu engagieren 

                                                                            ⇓

 

 


13 Kommentare

Das neue Jahr bietet Dir vieles an.

 

Was wirst Du Dir nehmen, liebe Leserin, lieber Leser? Und warum?

 

 

Vor einigen Jahren, im Mai 2010, nahm ich an einem fünftägigen Seminar teil, bei
dem es um die spirituelle Bedeutung von Geld ging. Eine Übung, die wir machten,
bestand darin, dass die Seminarleiter eine Glasschüssel mit Geld vorne hinstellten.
In dieser Schüssel befanden sich 4000 € in zerknitterten Scheinen. Dadurch, dass
die Scheine zerknittert waren, füllten sie die ganze Schüssel. Es sah aus wie ein
Salat aus Geld. Das Geld verschenkten sie.

Die Übung bestand darin, dass man freiwillig vortreten konnte, um Geld aus der
Schüssel zu nehmen. Die einzige Bedingung war, dass man offen sagte, wie viel
und wofür man das Geld haben möchte. Außerdem hatten die beiden Seminarleiter
sowie alle Anwesenden das Recht zu sagen, ob das okay sei. Es zeigte sich im
Laufe der Übung – die insgesamt drei Stunden dauerte! – dass die Seminarteilnehmer,
ca. 70 Menschen, emotional und energetisch voll in ihre Prozesse kamen und jeder
sofort spüren konnte, welche Motive hinter dem Geldwunsch steckten und ob
dieser Betrag, den die jeweilige Person nehmen wollte, stimmte.

Es war erschütternd festzustellen, wie viel Schmerz und Scham mit diesem
Thema verbunden sind und wie tief das Thema Geld in die eigene Bedeutung als
Seele, als Person und als Mensch hineinragt. Es ist unmittelbar verbunden. Die
Menschen standen teilweise vorne und zitterten, weinten oder brachen zusammen,
wenn sie sich mit ihrem Wunsch zeigen mussten. Der Wert des Geldes war
unmittelbar mit ihrem Selbstwert verknüpft. Das Geld wurde tatsächlich verschenkt.
Es war kein Spiel und keine Simulation. Dadurch nahm die Übung einen sehr
existenziellen und ernsten Charakter an. Hier kamen alle Schatten hoch, die die
Menschen hatten, aber auch ihre reine Freude, wenn sie das Geld bekamen und sich
nun einen besonderen Wunsch, wie z.B. ein Kleid oder eine Reise erfüllen konnten.

In der Schüssel war ein 500-€-Schein, mehrere Hunderter, ansonsten
Fünfziger, Zwanziger und Zehner. Je kleiner der Schein, umso mehr Scheine
waren darin. Viele wollten so ca. 20-30 € haben. Sie sagten, sie wollten sich einen
kleinen Wunsch erfüllen, oder für ihre Kinder etwas kaufen oder Ähnliches. Ein
Mann wollte 100 €. Er war der Egoist in der Gruppe. Er ging nach vorne, brachte
seine Erklärung vor, die ziemlich selbstherrlich war, und nahm sich Geld aus
der Schüssel. Niemand der Anwesenden klatschte oder fühlte Zustimmung.
Es herrschte ein betretenes Schweigen im Raum, als er sich das Geld nahm.
Die Seminarleiter, die in der Regel ihr Feedback gaben, sagten nichts. Am Ende
der Übung, zwei Stunden später, trat dieser Teilnehmer jedoch vor und sagte, dass
er sich sehr schlecht fühle und das Geld zurückgeben möchte. Er hatte seine
egoistische Haltung erkannt und erklärte, dass er es getan habe, weil er
seinem Sohn gegenüber den starken Mann markieren wollte. Er fühlte aber
jetzt, dass es nicht stimmig war. Nachdem er Zeuge der anderen Prozesse
geworden war, bei denen die Menschen um ihren ehrlichen Wert gerungen
hatten, ging es ihm so schlecht, dass er es nicht mehr aushalten konnte.
Er musste das Geld zurückgeben – das war ihm ein dringendes Bedürfnis
und er entschuldigte sich vor der versammelten Gruppe.

Der 500-€-Schein lag sehr, sehr lange in der Schüssel und niemand traute
sich, ihn zu nehmen. Irgendwann trat eine Frau vor. Sie erklärte, dass sie
als Kind nie Taschengeld bekommen hatte, aber von ihrem Vater für kleine
Arbeiten bezahlt wurde und er ihr die Groschen in einer mahnenden Weise
vorgezählt hatte, was sie sehr beschämte und erniedrigte. Sie wollte Geld
nehmen, einfach um mal etwas zu bekommen, ohne dafür etwas leisten zu
müssen. Der Seminarleiter fragte sie, wie viel sie denn nehmen wolle. Es wurde
deutlich, dass es hier um ihren Selbstwert ging, der in ihrer Kindheit schon verletzt
worden war. Sie war sehr unsicher und hatte Tränen in den Augen. Sie zögerte und
traute sich nicht an die Schüssel zu treten. Der Seminarleiter musste sie mehrfach
auffordern, aber sie konnte keinen Betrag nennen. Schließlich musste sie sich
direkt vor die Schüssel stellen und nahm schließlich einen 20-€-Schein. Alle im
Raum waren sehr betroffen. Waren es 20 €, die sie sich wert war? Hatte sie so
viel Angst und Scham, sich mehr zu nehmen, wenigstens 50 € oder vielleicht 70 €?
Sie zitterte und weinte. Der Seminarleiter trat zu ihr, nahm sie in die Arme, griff
in die Schüssel und gab ihr den 500-€-Schein. Da brach sie zusammen. In dieser
Geste verdichtete sich das ganze Leiden ihres Lebens, die Erniedrigung als
kleines Kind und ihr Leben als Frau, die nie die Chance hatte, Selbstwert
zu entwickeln. Es war wirklich bestürzend, welche Kraft das Geld
hatte und wie stark es in den Selbstwert eingriff.

Es gab viele dieser erschütternden Begebenheiten. Es wurde klar,
dass jeder mit diesem Vortreten und Nehmen des Geldes seinen eigenen
persönlichen Wert erklären musste und direkt an seinen Schatten kam.
Er musste für seine Vision, seine Werte und seine Bedürfnisse geradestehen,
und alle diese Gefühle von Scham, Angst und Schmerz kamen hoch.

(…)

Quelle

p2