Rundbriefkasten

Von den Kindern

11 Kommentare

Eure Kinder sind nicht eure Kinder.

Sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des
Lebens nach sich selber.

Sie kommen durch euch, aber nicht von euch, und
obwohl sie mit euch sind, gehören sie euch doch nicht.

Ihr dürft ihnen eure Liebe geben, aber nicht eure
Gedanken, denn sie haben ihre eigenen Gedanken.

Ihr dürft ihren Körpern ein Haus geben, aber nicht ihren
Seelen, denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen,
das ihr nicht besuchen könnt, nicht einmal in euren Träumen.

Ihr dürft euch bemühen, wie sie zu sein, aber versucht
nicht, sie euch ähnlich zu machen.

Denn das Leben läuft nicht rückwärts, noch verweilt
es im Gestern.

Ihr seid die Bogen, von denen eure Kinder als lebende
Pfeile ausgeschickt werden.

Der Schütze sieht das Ziel auf dem Pfad der Unendlichkeit,
und er spannt euch mit seiner Macht, damit seine Pfeile
schnell und weit fliegen.

Lasst euren Bogen von der Hand des Schützen auf Freude
gerichtet sein; denn so wie er den Pfeil liebt, der fliegt,
so liebt er auch den Bogen, der fest ist.

Khalil Gibran: Der Prophet
.

..

Wie könnte das ganz praktisch aussehen?  Im Folgendem
erzähle ich von Hanna bis zu ihrem 2. Lebensjahr..

HannaSchubkarre

In welcher Atmosphäre findet die Zeugung statt? Welche
Seele geht damit in Resonanz? Bei Hanna war es im Rahmen
eines wunderbaren Aufklärerkongresses.

Biete ich dem Kind schon im Mutterleib Schutz? Hanna
war vor Zigaretten, Pillen, Alkohol, Stress und Ultraschall
bewahrt.

Die erste große und damit prägende Erfahrung ist die Geburt.
Wo kann die Mama bestmöglich bei sich und dem Kind sein?
Hannas Geburt war daheim.

Wie gestalte ich die ersten Tage und Wochen? Ich ging
zuerst nicht zur Arbeit und wir empfingen wenig Besuch.
Wir ließen uns Zeit, uns aneinander zu gewöhnen, uns
in aller Ruhe kennenzulernen.

Hanna sah kaum Ärzte und wurde auch nicht geimpft.
Sie war (auch daher, so behaupte ich) kerngesund.

Wie erlebt eine Seele die Welt im Kinderwagen und wie
im Tragetuch? Was bedeutet beides für das Körpergefühl?
Voller Stolz trug ich Hanna jeden Tag im Tragetuch – immer
auch am rauschenden Wasser vorbei. Sie schlief oder schaute
geschützt und neugierig in die Welt hinaus.

Gegen den Strom sind wir auch beim Stillen geschwommen.
Sie bekam ihre Muttermilch so lange sie wollte.

Zur gesunden Ernährung gehörten auch Biolebensmittel,
kein Zucker, kaum Weißmehl und kein Hippes Alete.

Wie schafft man es, die Seele so wenig wie möglich
fremdzubestimmen? Bei uns durfte Hanna ausgiebig
ihren Impulsen folgen. Ihr Handeln war grundsätzlich
gut und damit sie selber.

Wie jede Freiheit, so braucht auch diese einen Rahmen.
So war so manches immer wieder gleich, also ritualisiert.
Vor dem Schlafengehen z. B. durfte sich Hanna ein Lied
aussuchen und ich tanzte mit ihr auf dem Arm.

Klare Regeln bzw. Grenzen geben Sicherheit. Die Katze
durfte nicht auf den Essenstisch – und Hanna eben auch
nicht.

Aus der heutigen Perspektive fällt es mir schwer zu schreiben,
aber Mama und Papa haben sich sehr geliebt und dies sog
Hanna ganz automatisch in sich auf.

Vielleicht kann der eine oder andere Impuls für werdende
Mütter und Väter hilfreich sein. Für Hanna jedenfalls war`s
nicht zum Nachteil. Sie war heil im Sinne von klar und stark,
feinfühlig und sogar telepathisch. Ihre Gegenwart war heilend.

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11 Kommentare zu “Von den Kindern

  1. Lieber Andreas,

    mit Khalil Gibran – findet man immer dei richtigen Worte 🙂 Sehr schöner Beitrag!
    (Hab mich für die Spende entschieden & darf mich vorerst verabschieden. Dies wollte ich dich nur kurz wissen lassen. Sorry nochmals, falls ich irgendwelche Unannehmlichkeiten bereitet hatte: Kommt nicht mehr vor 😉 )

    Liebe Grüße
    August

  2. Die meiste Zeit in England wirst Du anscheinend offline sein – genieß es 🙂

    Bye

  3. Schöne Geschichte von deiner Tochter, Andreas 🙂
    Sie wird ihren Weg gehen – denn sie hatte einen guten Start.
    Andere hatten nicht so einen guten Start und gingen ihren Weg trotzdem. Wir alle haben eine innere Führung, die eines Tages jedem den Weg weist.

    Geduld. Zuversicht. Hoffnung. Vertrauen.

  4. Ja, liebe Chrissi, Hanna wird „ihren Weg“ gehen. Sie wird Spaß mit Freunden haben, einen guten Beruf haben usw – so Gott will. Doch die Möglichkeit des ungestörten Sich-Entwickelns hat Hanna seit 4 Jahren nicht mehr. Sie lebt ungesünder, ist nun öfters krank, wird diese Tage geimpft, ist nun fremdbestimmter und mehr nach Außen (Macht, Anerkennung) orientiert. Ihre unglaublich heilende Wirkung ist stetig am Abnehmen. Daher denke ich, dass sie ihre Bestimmung schon verloren hat (eine Heilerin zu sein). IHREN Weg könnte sie unter Umständen in stark abgeschwächter Form als Erwachsene wieder finden. Dafür Deine vier Worte 🙂

  5. Hallo Andreas,

    dankeschön für das m.E. immer wieder lesenswerte Gedicht von Khalil Gibran und Deinen weiteren Hinweisen das Leben allein für sich selbst allein zu meistern.

    Deiner statt hätte ich als Überschrift geschrieben: „Von heranwachsenden und ausgewachsenen Kindern“

    Hier noch eines meiner Lieblings~texte/~gedichte: „Von der Liebe“ aus der Bibel:

    Das Hohelied der Liebe
    http://www.deutsche-liebeslyrik.de/gottesliebe/gottesliebe_korinther.htm

    (1 Korintherbrief 13,1-13)

    Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, /
    hätte aber die Liebe nicht, /
    wäre ich ein dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
    Und wenn ich prophetisch reden könnte /
    und alle Geheimnisse wüßte /
    und alle Erkenntnis hätte; /
    wenn ich alle Glaubenskraft besäße /
    und Berge damit versetzen könnte, /
    hätte aber die Liebe nicht, /
    wäre ich nichts.
    Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, /
    und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, /
    hätte aber die Liebe nicht, /
    nützte es mir nichts.
    Die Liebe ist langmütig, /
    die Liebe ist gütig. /
    Sie ereifert sich nicht, /
    sie prahlt nicht, /
    sie bläht sich nicht auf.
    Sie handelt nicht ungehörig, /
    sucht nicht ihren Vorteil, /
    läßt sich nicht zum Zorn reizen, /
    trägt das Böse nicht nach.
    Sie freut sich nicht über das Unrecht, /
    sondern freut sich an der Wahrheit.
    Sie erträgt alles, /
    glaubt alles, /
    hofft alles, /
    hält allem stand.
    Die Liebe hört niemals auf. /
    Prophetisches Reden hat ein Ende, /
    Zungenrede verstummt, /
    Erkenntnis vergeht.
    Denn Stückwerk ist unser Erkennen, /
    Stückwerk unser prophetisches Reden;
    wenn aber das Vollendete kommt, /
    vergeht alles Stückwerk.
    Als ich ein Kind war, /
    redete ich wie ein Kind, /
    dachte wie ein Kind /
    und urteilte wie ein Kind. /
    Als ich ein Mann wurde, /
    legte ich ab, was Kind an mir war.
    Jetzt schauen wir in einen Spiegel /
    und sehen nur rätselhafte Umrisse, /
    dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. /
    Jetzt erkenne ich unvollkommen, /
    dann aber werde ich durch und durch erkennen, /
    so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
    Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; /
    doch am größten unter ihnen ist die Liebe.

    Aus: DIE BIBEL. Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung
    Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart, 1980

  6. Wie versuchst Du 1. Kor 13 zu leben, Stefan?
    Ich empfinde es als DIE Lebensaufgabe …

    • Ja, ich hab‘ mich in dem Studiengang vor ca. 37 Jahren eingeschrieben, indem ich den Militärdienst verweigerte.
      Ich praktiziere, indem ich TaiJiQuan studiere, und zwar praktisch und theoretisch: eine Kampfkunst, die es mir ermöglicht einen Feind/Gegner zu töten ohne ihn zu töten.
      Hier mein Kriegs-/Kampf-bericht:

      :https://youtu.be/5EbTBv3cehk

      • Hier kannst Du ein LehrFilmVideo von knapp 6 Minuten über einen tödlichen null inch Faustsoß sehen, theoretisch begreife ich es aufgrund meiner TaiJi Erfahrungen und meines theoretischen Wissens darüber; ihn auszuführen bin ich nicht in der Lage, dazu müsste ich wohl noch einige Jahre trainieren:

        :https://youtu.be/vHNYACQDpGY

  7. Hab drüber nachgedacht, Stefan, dass Du das Hohelied der Liebe mit Tai-Chi verwirklichst. Mittlerweile glaub ich zu verstehen:

    ~ zur Situation passendes Verhalten ~
    ~ entspannte Aufmerksamkeit ~
    ~ eigene Stärke ~
    ~ Energie leiten ~
    ~ . . . ~

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