Rundbriefkasten

In Ramstein und Paris blüht im Juni der Klee

2 Kommentare

 

Hans-Georg Klee

 

an:
friedensklee(bei)posteo.de
muenchen(bei)quaeker.org
vb(bei)versoehnungsbund.de
info(bei)occupeace.net
info(bei)ramstein-kampagne.eu
hotline@eurosatory.com

 

Hallo Hans Georg Klee,

wärst Du nicht Anfang Mai gestorben – unerwartet für mich und so viele –
hätten wir uns bei der Bezirksveranstaltung der Quäker bei Rottweil getroffen.

Im Juni wärst Du wahrscheinlich in Ramstein gewesen, da die amerikanischen Drohnen
von dort aus gesteuert werden. Sicherlich wärst Du wieder bei der Pariser Waffenmesse
gewesen – als treuer Mitorganisator der Proteste. Ich gehe davon aus, dass sowohl in
Ramstein wie auch Paris Menschen dabei sein werden, welche Du begeistert hast …

~ JETZT~ bist Du an dem ~Platz~ , der zu einem Menschen passt, welcher sich aus
vollstem Herzen für Gerechtigkeit und Frieden einsetzte. Du hast die Münchner
Montagsdemonstrationen vor Unterwanderung bewahrt, hast Gruppen und
Menschen vernetzt usw usw usw. Die wenigen Male, bei denen ich Dich in
Aktion erleben durfte, bewunderte ich, wie Du Prägnanz, Seriosität und
Sachlichkeit mit Herzlichkeit, Kreativität und Humor verbunden hast.

Sei musikalisch aus der 3D-Welt gegrüßt
Dein Andreas

 

Frieden

Gott segne Dich

 

~ ~

Liebe Freunde und Bekannte von Hans Georg Klee,

die Trauerfeier in München findet am
Mittwoch den 22.Juni 2016 um 19:00 Uhr
im Saal des Kulturhaus Milbertshofen

am Curt Mezger Platz 1, 80809 München statt, direkt gegenüber
von der Dankeskirche in München.

Sie wird von den Quäkern München gestaltet.

(…)

Mit herzlichen Grüßen,
Sebastián Oehrens

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2 Kommentare zu “In Ramstein und Paris blüht im Juni der Klee

  1. Es war, so empfand ich es, eine rundum gelungene Trauerfeier, bei der die vielen Facetten Hans Georgs nach einer stillen Andacht nochmals durch die verschiedenen ❤ Herzensbeiträge ❤ zum Klingen kamen – auch mit diesem Lied :
    .


    Quelle
    .

    Folgender Text wurde nicht vorgelesen, drum hier nun:
    .

    Zum Gedenken an Hans Georg Klee

    Bei Hans Georg fühlte ich mich immer 50 Jahre zurückversetzt, als es im Fernsehen noch
    die wöchentliche Ratesendung „Was bin ich?“ mit Robert Lembke gab, der seinen Gast
    eine Handbewegung ausführen ließ, die etwas über dessen zu erratenden Beruf aussagen
    sollte: Hans Georg redete unter steten Einsatz seiner Hände. Oft hatte ich den Eindruck,
    er beschrieb mit seinen zwei Händen in der Luft ein vierblättriges Kleeblatt, ein Zeichen
    seines Namens und gleichzeitig seiner Berufung zum Glück, der Vereinigung von
    4 Einzelteilen zu einem großen Ganzen.
    Hans Georgs Leben, wenn er daraus erzählte, war wahrlich nicht immer vom Glück
    geprägt. Durch seine leidvollen Erfahrungen entdeckte er aber in seinem Inneren eine
    liebende Kraft, Gott, die es ihm ermöglichte, sich so anzunehmen, wie er ist. Er blieb nicht
    bei dieser Gotteserfahrung stehen, sondern engagierte sich in vielfältigster Weise für
    andere und mit anderen Menschen. Dies schien ihn glücklich zu machen.
    Wie die vier einzelnen Blätter ein Glücksklee bilden, so fügen sich die folgenden vier
    Lebensbereiche bei Hans Georg zu einem Ganzen zusammen, was ihn als nach Glück
    strebende Person, so wie ihn viele kannten, ausmachte.

    Das eine Blatt seines Glücksklees heißt: sein politisches Engagement.
    Durch Hans Georg erfuhr ich davon, dass es bei der Partei der LINKEN auch ChristInnen
    gibt und dies nicht unbedingt ein Widerspruch an sich sein muss. Er war ein christlicher
    Linker, der sich in und mit der Partei für das Wohl vor allem der Benachteiligten und
    kleinen Leute in der Gesellschaft einsetzte.

    Das zweite Blatt seines Glücksklees heißt: sein Engagement für den Frieden.
    Hans Georg war in verschiedenen Friedensorganisationen aktiv und beteiligte sich an
    vielen Friedensaktionen, Mahnwachen und Friedensausschüssen. Im Friedensausschuss
    der Quäker lernte ich Hans Georg kennen und schätzen.
    Ganz unabhängig voneinander entschieden Beate Vogel, Hans Georg und ich auf der
    Jahresversammlung 2013, den Friedensausschuss der Quäker nicht eingehen zu lassen,
    sondern durch das neue „Triumquäkrat“ am Leben zu erhalten und wieder zum Blühen zu
    bringen.
    Besonders bei der Vorbereitung zur Eurosatorymahnwache in Paris im Juni lief er auf
    Hochtouren: er fuhr zu etlichen Vorbereitungstreffen an Wochenenden nach Brüssel,
    Paris, Kehl, stellte Überlegungen zu Grundsätzlichem an und organisierte Konkretes wie
    Unterbringung und Zeitpläne….
    Die Mahnwache in Paris wie auch seine anderen Friedensaktivitäten entsprangen seinem
    Wunsch nach einer friedlichen, gewaltfreien und gerechten Gesellschaft.

    Das dritte Blatt seines Glücksklees heißt: sein persönliches Engagement.
    Wenn ich mit Hans Georg sprach, hatte ich oft den Eindruck, dass er Gott und die Welt
    kennt. Er lernte gern neue Leute kennen, war immer offen für ein persönliches Gespräch,
    erzählte gern aus seinem erfahrungsreichen Leben und hörte auch seinem Gegenüber
    interessiert zu.
    Er teilte Kritik aus, konnte sie aber auch von anderen annehmen. Wenn er eine Aufgabe
    anpackte, mussten Form und Inhalt stimmig sein, auch wenn es für ihn wesentlich mehr
    Zeit und Arbeit (und für die anderen manchmal mehr Nerven) kostete.
    Hans Georg war kein „bequemer“ Freund, aber einer, auf den man sich verlassen konnte
    und mit dem man über Gott und die Welt stundenlang reden konnte.

    Das vierte Blatt seines Glücksklees heißt: sein religiöses Engagement.
    Hans Georg war ein Suchender und gleichzeitig ein Gefundener. Er hatte Frieden mit Gott
    gefunden – trotz der Widrigkeiten in seinem Leben.
    Die Suche nach einer Glaubensgemeinschaft, die ihn mit „Haut und Glatze“, mit seinem
    ganzen Sein an- und aufnahm, dauerte etwas länger in seinem Leben. Er hatte viele
    Stationen durchlaufen – u.a. die Landeskirche und die charismatische Bewegung. Zuletzt
    sah er seine geistliche Heimat bei den Quäkern, in dessen „Religiöse Gesellschaft der
    Freunde“ er vier Tage nach seinem Tod ganz offiziell bei der Bezirksversammlung in
    Schramberg aufgenommen worden wäre – darauf hatte er sich riesig gefreut! Dieses Glück
    blieb ihm leider nicht vergönnt.

    Ich glaube, Hans Georg ist jetzt bei dem Einen Großen Allermenschenfreund
    angekommen und hat dort den Frieden gefunden, den er im Tiefsten seines Inneren zu
    Lebzeiten gesucht und für den er sich eingesetzt hatte.

    Mike Zipser, zusammen mit Beate Vogel und Matthias Schwerendt
    (Quäkerfriedensausschuss), Mai 2016
    .

  2. Die 3. Strophe der von mir gesungenen Version des Biermann-Lieds an der Trauerfeier für Hans Georg in München habe ich um ein wichtiges Wort, ja eine ganze Dimension angereichert. Sie lautet dann wie folgt:

    „Du, lass dich nicht erschrecken,
    in dieser Schreckenszeit.
    Das wollen sie doch bezwecken,
    dass wir die Waffen – der Liebe – strecken
    schon vor dem großen Streit; schon vor dem großen Streit.

    Das ist das für mich als Quäker das einzig mögliche und zukunftsweisende Verständnis dessen, wozu wir uns gegenseitig ermutigen müssen, gerade in unserer Zeit!
    Und das ist, was Hans Georg auch in den letzten Jahren, als gewordenen Quäker im Geiste, verstanden und versucht hatte in die Friedensbewegung und in die politische Arbeit hineinzutragen. Für seine Hingabe und für seinen bedingunslosen Einsatz auf diesem Weg habe ich ihn sehr bewundert, und dafür bin ich ihm auch einfach dankbar !

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