Rundbriefkasten

Mein lieber Schweinehund

12 Kommentare

Oft habe ich mir an Dir die Zähne ausgebissen und Dich als meinen Feind
angesehen. Nun
wurden mir die Augen geöffnet, dass Du doch ein Teil von mir
bist und mir hilfst. Wie die Gewichte im Fitnesscenter nicht schaden wollen, so sind
Deine Beschwernisse mir zum Training und zur Weiterentwicklung zugedacht. Daher wird
es Zeit, Dich nicht mehr
meinen inneren Schweinehund zu nennen – eine beleidigende
Bezeichnung,  welche meine Beziehung zu Dir und damit zu mir belastet. Seit dem
letzten 
next culture – Training im April dieses Jahres bin ich mit der Frage
schwanger gegangen, wie ich Dich anreden könnte. Mit Packolé
(gepackt werden, es packen + Olé als Erfolg) war ich noch nicht ganz
zufrieden, weil es für mich künstlich klang. Heute ist mir Dein Name eingefallen
-> Puvy. Die Silbe „Pu“ beinhaltet den honigschleckenden nach Lust und Laune lebenden
Bären, eine ablehnende Reaktion sowie Anstrengung. Hinter dieser Silbe verborgen
sehe ich das französische Verb „pouvoir“ -> „können“ …

 

Mein lieber Puvy,

wie gefällt Dir Dein neuer Name? Kennst Du den Pygmalien-Effekt,
gemäß dessen man dazu tendiert, die Einschätzungen der/des Anderen
zu erfüllen? Ich gehe
davon aus, dass sich dieser Effekt auch auf die eigenen
Seelenanteile und somit auf Dich bezieht. Da ich Dich nun als meinen
persönlichen Sparringspartner und Lehrmeister ansehen kann,
behandelst Du mich auch so. Danke für Deine
 Arbeit mit mir.

In jeder guten Beziehungen braucht jeder auch seinen eigenen Raum.
Dein Raum ist an den freien Tagen (Feiertage, Ferien, Wochenende) und
mein Raum ist unter der Woche. Ohne Dich zu
 besiegen etabliere ich
so Gewohnheiten, die mir helfen, meine Ziele zu leben.

Viele Grüße
Andreas


~
Nachtrag
Die Schreibweise „Pouvy“ gefällt mir besser 🙂

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12 Kommentare zu “Mein lieber Schweinehund

  1. Hallo Puvy Andreas,

    jetzt freut es mich noch mehr, Dich mit dem Zauber des Internets, der ComputerTechnik und der Worte etwas näher kennengelernt haben zu dürfen.

    Mit Grüßen aus ganzem Herzen
    des Puvys Stefan

    ps.:

    Ich weiß Dich auch als äußeren „Schweinehund“ zu schätzen

  2. Alle Achtung Andreas,

    Du meisterst Deine Lektion mit Bravour!!!! 🙂
    Guter Name für den inneren Lehrmeister/Sparringspartner.

    Hönig schlecken können!! Das ist absolut positiv und großartig.

    Ich bin wirklich stolz auf Dich und Deine Entwicklung.

    Alles Liebe für Dich

    Lars

    • ….und ich erlaube mir, meine Lektionen mit Fehlern zu meistern.

    • Für Dein Augenöffnen biete ich Dir ein Honorar an, lieber Lars – doch unter einer Bedingung: An einer Arbeitswoche dieses Jahres fragst Du mich, ob ich meine persönlichen Regeln diese Woche umgesetzt habe. Falls ich ja sagen kann, hast Du wirklich Grund, mir zu gratulieren. Falls nein, erhältst Du 100 €.

      Für Pu indes ist das alles Kokolores, hauptsach der Honigtopf ist gefüllt.

      • Danke Andreas für Dein Angebot.
        Ich gratuliere Dir jetzt schon und ich glaube nicht das Du ein Druckmittel ( 100Euro ) brauchst um Deine Regeln umzusetzen. Diese Art von Motivation beruht auf einer überalterten Vorstellung von Belohnung bzw. Bestrafung.
        Beide Arten von Motivation sind meinermeinung nicht mehr zeitgemäß. Denn wir tun es ja nicht für andere oder um deren Zustimmung zu bekommen, sondern weil es uns ja selbst persönlich voranbringt. Und das ist der Anreiz und die Belohnung. Die eigene Entwicklung ist Lohn genug.
        Da ich ja die Gesetze der Anziehung kenne, gehe ich auch bei meiner Hilfe, Dir gegenüber nicht leer aus. Das Universum wird mir alles und noch mehr zurückgeben.

        Also Andreas nochmal vielen Dank für das nette Angebot.

        Gruß Lars

  3. Toll Andreas….
    Der Pygmalien-Effekt…wow…die Geschichte von Edison ist ja herzzerreissend…. und wieder was gelernt… Dankeschön….
    Dir und Puvy einen schönen Sonntag
    Crissi

    • Ja das stimmt, ich hab sie auch gerade gelesen. Die Geschichte ist wirklich sehr rührend und sehr erkenntnisreich.
      Dashalb sage auch ich meinen Kindern wenn sie eine schlechte Note schreiben, dass dies überhaupt keinen Einfluss auf ihr späteres Leben haben wird.

      Das Ziel vor Augen

      Monty Roberts erzählte einer Gruppe von Menschen folgende Geschichte: „Es gab einen Jungen, dessen Vater ein umherwandernder Pferdedresseur war, der von Stall zu Stall und von Ranch zu Ranch reiste um Pferde zu dressieren. So wurde die Schulausbildung seines Sohnes ständig unterbrochen. In der Oberstufe wurde sein Sohn gebeten eine Arbeit darüber zu schreiben, was er werden und tun wollte, wenn er älter wäre. Er schrieb eine sieben Seiten lange Arbeit, die sein Ziel beschrieb, eines Tages eine Ranch zu besitzen. Er schrieb sehr ausführlich über seinen Traum und zeichnete sogar einen Plan, der alle Gebäude und Ställe zeigte, ebenso zeichnete er das 400 m2 große Haus, das auf seiner Traumranch stehen sollte. Er hängte sein ganzes Herz an das Projekt und gab die Arbeit seinem Lehrer. Zwei Tage später erhielt er sie zurück mit einer glatten 6 und der Bemerkung sich nach der Stunde bei seinem Lehrer zu melden. Der Junge mit dem Traum ging nach der Stunde zu dem Lehrer und fragte: „Warum habe ich eine 6 bekommen?“ Der Lehrer sagte: „Dies ist ein unrealistischer Traum für einen Jungen wie dich. Du hast kein Geld. Du stammst aus einer Wanderarbeiterfamilie. Der Besitz einer Ranch kostet viel Geld. Du musst das Land kaufen. Es gibt keine Möglichkeit, dass du das jemals schaffen könntest. Wenn du diese Arbeit mit einem realistischen Ziel neu schreibst, werde ich die Note noch einmal überdenken.“ Der Junge ging nach Hause und dachte lange darüber nach. Er fragte seinen Vater, was er tun sollte. Der Vater sagte: „Sieh mal Sohn, du musst das selber entscheiden. Ich glaube, es ist eine sehr wichtige Entscheidung für dich.“ Schließlich, nachdem er eine Woche damit zugebracht hatte zu überlegen, reichte der Junge dieselbe Arbeit ein ohne irgendetwas zu ändern. Er sagte: „Sie können die 6 stehen lassen und ich kann meinen Traum behalten.“ Monty wandte sich an die versammelte Gruppe und sagte: „Ich erzähle Ihnen diese Geschichte, weil Sie in meinem 400 m2 Haus mitten in meiner 200-Morgen-Ranch sitzen. Ich habe diese Arbeit immer noch gerahmt über meinem Kamin hängen. Der beste Teil der Geschichte ist, dass vor zwei Jahren im Sommer mein Lehrer mit einer Gruppe von 30 Kindern hier zum Zelten war. Als der Lehrer ging, sagte er: „Schau Monty, ich sage dir jetzt etwas. Ich war so etwas wie ein Träumedieb. Während all dieser Jahre habe ich vielen Kindern die Träume gestohlen. Glücklicherweise hattest du genug Grips, deinen nicht aufzugeben.“

      Eine wahre Geschichte aus dem Buch „Hühnersuppe für die Seele“

  4. „Individualität ist kostbar, denn nur durch sie können wir das Universale verwirklichen. Wäre sie ein Gefängnis, das uns für immer in einem eng begrenzten Bereich der Wahrheit einschlösse, ohne Bewegung und Wachstum zuzulassen, würde das Dasein für uns, die eine lebendige Seele besitzen, zur Beleidigung, so wie ein Käfig für Geschöpfe, die fliegen können.
    Leider gibt es Menschen, die sehr stolz darauf sind, ihre Besonderheit herauszustellen und der Welt zu erklären, dass sie immer auf ihrem Sockel der Einzigartigkeit stehen.
    Sie vergessen, dass nur Misstöne einzigartig sind und deshalb ihren Platz außerhalb der universellen Welt der Musik beanspruchen können.“
    Zitat von Rabindranath Tagore (1861-1941) aus „Indische Weisheiten für jeden Tag“ im s. Fischer Verlag GmbH 2006

  5. Zwei Wochen Pfingstferien enden für mich heute. Die erste Woche durfte ich Taizé erleben und genießen: die vielen inspirierenden Kontakte, die malerische Natur, die humorvollen und hochkompetenten Bibelarbeiten, Gottes Spüren auch in den berühmten Taizé-Liedern. Einen Liedext nahm ich mit nach Hause:

    „Mein Herr und mein Gott, nimm alles von mir, was mich hindert zu dir.
    Mein Herr und mein Gott, gib alles mir, was mich fördert zu dir.
    Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir, und gib mich ganz zu eigen dir.“ 

    (Nikolaus von der Flüe)

    Auch nahm ich eine feine und starke Energie mit nach Hause. Im Kontakt mit fremden Menschen merkte ich, wie sie mir mit großem Wohlwollen begegneten. Ich spürte mich sehr lebendig und präsent.

    Am ersten Tag daheim ging ich tatsächlich für eine Gebetszeit in die Natur und machte den Laptop erst abends an. Ab dem zweiten Tag jedoch griffen meine Automatismen wieder – ich ging nicht mehr in die Natur und machte den Laptop schon morgens an. Wie schnell habe ich die innere Fülle weggegeben …

    Ich bin Paulus gegenüber ziemlich kritisch, doch seine Klage teile ich voll und ganz:
    „Denn ich tue nicht, was ich will; sondern, was ich hasse, das tue ich. (…) So tue ich nun dasselbe nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnt. (…) Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“
    (Römer 7, 15 ff)

  6. Ich meine, die Misstöne, die wir alle als Egoisten, die wir nun mal sind, erzeugen, geben der universellen Musik noch eine ganz besondere Aufwertung. (Das Hässliche macht das Schöne noch schöner, sage ich, wenn ich mit meiner Freundin ausgehe)
    Jazz bezieht seinen Reiz aus innewohnenden Disharmonien: That’s life! live! (evil ist live rückwärts und rückwärts gehen verjüngt heißt es bei den Chinesen))

  7. Danke für Deine genialen Zeilen.

    (Sollte ich wieder eine Freundin haben, darf ich doch Deinen Spruch benutzen, oder? )

    Grüße nach Kassel

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