Rundbriefkasten

Weihenacht in mir?

4 Kommentare

 

Im Matthäusevangelium fanden
Astronome mit Beobachtung und Wissen das Jesusbaby.
Mit welchen Hilfsmitteln kann ich das göttliche Kind in mir finden?

Die Wissenschaftler aus dem Zweistromland brachtem dem Kind
ihr Wertvollstes: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Inwieweit achte ich meinen göttlichen Kern?

Gott wurde Mensch, welcher sofort bedroht war, ermordet zu werden.
Versuche auch ich nicht allzu oft, Gott in mir zum Schweigen zu bringen?

Jesus begann als Flüchtling in Ägypten.
Verdränge ich nicht auch mein Inneres Kind?

Die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium
ist eine völlig andere, doch die in mir auftauchenden
Fragen sind ähnlich. Maria und Josef waren auf dem Weg nach
Bethlehem,um von sich eine Adresskartei anfertigen zu lassen,
damit sie effektiver besteuert werden konnten
.
Nehme ich mir nicht allzu oft selbst einiges meiner Lebensenergie weg?

Es gab kein Zimmer zum Gebären.
Mache ich nicht auch die Gottesgeburt in mir schwer?

Die Hirten vernahmen den Engel, verließen ihre Schafe und
fanden das Baby, den verheißenen Freudenbringer.
In meinem Leben hat es nicht an Engeln gemangelt.
Werde ich der-der-ich-bin
oder verbleibe ich bei den Rudeltieren?

Die Hirten waren voller Freude und priesen Gott.
Werde auch ich Gottes Freude ausdrücken?

 

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 Wäre Christus tausend Mal in Bethlehem geboren und nicht in dir:
Du bliebest dennoch ewiglich verloren.

Angelus Silesius 

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4 Kommentare zu “Weihenacht in mir?

  1. Danke, das gibt mir viel zum Nachdenken! Georg

  2. Dir danke ich, lieber Georg, denn durch Dich habe ich zu den Quäkern gefunden. Direkt nach unserer Stuttgarter Andacht habe ich mich von ihr inspiriert an den Laptop gesetzt und diesen Beitrag geschrieben.

    Mit Rilke Dir und allen Lesern schöne Weihnachten wünschend
    Andreas


    Ich möchte Dich inständig bitten,
    so sehr ich kann,
    all dem gegenüber,
    was in Deinem Herzen ungelöst Ist,
    geduldig zu sein, und zu versuchen,
    die Fragen an sich zu lieben,
    wie verschlossene Räume,
    wie Bücher, die in einer sehr
    fremden Sprache geschrieben sind.

    Suche jetzt nicht nach den Antworten,
    die Dir nicht gegeben werden können,
    weil Du noch nicht fähig wärst, sie zu leben.

    Und es geht darum, alles zu leben.

    Jetzt lebe die Fragen!

    Vielleicht wirst Du allmählich,
    ohne es zu bemerken,
    eines fernen Tages
    in die Antworten hineinwachsen.

  3. Lieber Andreas
    Ein paar wundervolle Tage des Innehaltens wünsche ich dir zwischen den Jahren…
    Das Gedicht von Rilke ist wundervoll.
    Alles Liebe
    Crissi

  4. Eine Leserin gab mir folgende Rückmeldung: „Dein besinnlicher Fragentext macht mich erst mal schweigen. Ich tu mich immer schwerer mit Worten. Aber deine Fragen sind auch nicht zu beantworten, sie brauchen viel, viel Zeit und Wohlwollen, vielleicht können wir dann (wie Rilke sagte) in die Fragen hineinwachsen.“ So fand ich zu diesem wundervollen Gedicht, liebe Chrissi.

    Ein Leser schickte dieses Gedicht von Manfred Georg Andreas Hausmann:

    Weg in die Dämmerung

    Bald will’s Abend sein.
    Stumm steht das Geheg.
    Und ich geh‘ allein
    den verschneiten Weg,

    der, vom Hang gelenkt,
    sich mit leisem Schwung
    leiser abwärts senkt
    in die Niederung.

    Birken, starr von Eis,
    Pfahlwerk, unbehaun,
    Dorn und Erlenreis,
    ein verwehter Zaun

    geben seiner Spur
    anfangs das Geleit,
    dann gehört er nur
    der Unendlichkeit,

    die verdämmernd webt
    und ihn unbestimmt,
    wie er weiterstrebt,
    in ihr Dunkel nimmt.

    Reif erknirscht und Schnee
    unter meinem Schuh.
    Weg, auf dem ich steh‘,
    dir gehör‘ ich zu.

    Wer des Lichts begehrt,
    muss ins Dunkel gehn.
    Was das Grauen mehrt,
    lässt das Heil erstehn.

    Wo kein Sinn mehr misst,
    waltet erst der Sinn.
    Wo kein Weg mehr ist,
    ist des Wegs Beginn.

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