Rundbriefkasten


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Wellentanzen

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Seit Monaten tanze ich auf vielen Hochzeiten
gleichzeitig, gebe Gas. Habe kaum Phasen
des Atmens, des Freiseins. So träume ich, mal
wieder zum Wave-Tanzen gehen zu können.

Aus der Ruhe dort, des Spürens und
Fließens lauter werden – dynamischer werden.
Es zum Wellenkamm steigern, Gas geben; das Chaos
toben, den
Kopf und die gestauten Gefühle freitanzen. In
dieser Freiheit genießen, spielen, das Leben feiern.
Schließlich ebbt die innere Welle wieder ab, in
die Ruhe, in die Entspannung.

So freue ich mich gerne auf die nächste Welle.

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Die Tanzenden wurden für verrückt
gehalten von denjenigen, die die
Musik nicht hören konnten.
Friedrich W. Nietzsche

 

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Nachtrag
Hab in meinen e-Mails Ronnys 2020-er Flyer gefunden:

 

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Zum neuen Jahr(zehnt)

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Und hier brannte mich plötzlich wie eine scharfe
Flamme die Erkenntnis: Es gab für jeden ein „Amt“,
aber für keinen eines, das er selber wählen, umschreiben
und beliebig verwalten durfte. Es war falsch, neue Götter
zu wollen, es war völlig falsch, der Welt irgendetwas
geben zu wollen! Es gab keine, keine, keine Pflicht
für erwachte Menschen als die eine: sich selber
zu suchen, in sich fest zu werden, den eigenen
Weg vorwärts zu tasten, einerlei wohin er führte.

Das erschütterte mich tief, und das war die Frucht
dieses Erlebnisses für mich. Oft hatte ich mit Bildern
der Zukunft gespielt, ich hatte von Rollen geträumt,
die mir zugedacht sein könnten, als Dichter vielleicht
oder als Prophet, oder als Maler, oder irgendwie.  All
das war nichts. Ich war nicht da, um zu dichten, um zu
predigen, um zu malen, weder ich noch sonst ein
Mensch war dazu da. Das alles ergab sich nur nebenher.

Wahrer Beruf für jeden war nur das eine: zu sich selbst zu
kommen. Er mochte als Dichter oder als Wahnsinniger,
als Prophet oder als Verbrecher enden – dies war nicht
seine Sache, ja dies war letzten Endes belanglos. Seine
Sache war, das eigene Schicksal zu finden, nicht ein
beliebiges, und es in sich auszuleben, ganz und
ungebrochen. Alles andere war halb, war Versuch
zu entrinnen, war Rückflucht in Ideale der Masse,
war Anpassung und Angst vor dem eigenen Innern.
Furchtbar und heilig stieg das neue Bild vor mir auf,
hundertmal geahnt, vielleicht oft schon ausgesprochen,
und doch erst jetzt erlebt. Ich war ein Wurf der Natur, ein
Wurf ins Ungewisse, vielleicht zu Neuem, vielleicht zu Nichts,
und diesen Wurf aus der Urtiefe auswirken zu lassen, seinen
Willen in mir zu fühlen und ihn ganz zu meinem zu machen,
das allein war mein Beruf. Das allein!

Hermann Hesse: Demian, Kapitel 6

Quelle

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Bin ich nur eine Frau?

 

Ich bin so so viele Frauen

Eine Wegweiserin für andere
die lügt

Eine Genießerin
die sich und andere antreibt

Eine Zweifelnde
die klar richtet

Eine Ehebrecherin
die die Monogamie verteidigt

Eine Verletzte
die vorzüglich repräsentiert

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Das Gasthaus

Das menschliche Dasein ist ein Gasthaus.
Jeden Morgen ein neuer Gast.
Freude, Kummer und Niedertracht –
auch ein kurzer Moment der Achtsamkeit
kommt als unverhoffter Besucher.

Begrüße und bewirte sie alle!
Selbst wenn es eine Schar von Sorgen ist,
die gewaltsam alle Möbel
aus deinem Haus fegt,
erweise dennoch jedem Gast die Ehre.
Vielleicht bereitet er dich vor
auf ganz neue Freuden.

Dem dunklen Gedanken,
der Scham, der Bosheit –
begegne ihnen lachend an der Tür
und lade sie zu dir ein.

Sei dankbar für jeden, der kommt,
denn alle sind dir zur Führung geschickt worden
aus einer anderen Welt.

Rumi

 

 


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Innerer Schmerz

 

Den inneren Schmerz betäuben, die
Wege
hierzu kenne und gehe ich. Die
ausgetrampelten Wege verlassen,
die
routinierten Abwehrmechanismen
lassen;
dazu lädt Gangaji hier ein.
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,,Eine wirklich natürliche Reaktion ist zu erkennen, dass Erfahrungen
kommen und Erfahrungen gehen. Und wenn die Erfahrung, die in diesem
Moment präsent ist, als weniger wertvoll erachtet wird als die Erfahrung
im letzten Moment, dann erfahre diese Minderwertigkeit.“
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Ich bringe meine Tochter nach Hause. Sie
tut ihre Sachen ins Haus, dreht sich nicht
nochmal um, um zum Abschied zu winken.
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,,Wenn Du sagst:,,Okay Angst, komm!“ Und wenn Du es wirklich so
meinst und Du wirklich offen bist, kann Angst nicht kommen.“
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Mein Vater war mit einer meiner
Entscheidungen nicht einverstanden.
Bei meinen nächsten Besuchen
ignorierte er mich.
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,,Bist Du bereit, vollkommen erbärmlich zu sein, wenn Du Dich
elend fühlst? 

dass dem Elend zu begegnen das Elend als vollkommen machtlos
entlarvt und dass das Weglaufen davor dem Elend seine Macht gibt

Es mag wie ewig scheinen, aber Du bekämpfst es nicht. Und Du
siehst dann, dass es befreit wird. Es wird freigesetzt.

Da ist eine Schonungslosigkeit, die gegenwärtig sein muss, um
sowohl die Tendenz zu schwelgen als auch die Tendenz zu
unterdrücken und zu leugnen, zu betrachten. Dies sind beides
Aktivitäten des Verstandes, bezogen auf negative Emotionen oder
Ereignisse, oder positive Emotionen oder Ereignisse. In der
Bereitschaft, ihnen zu begegnen, hat der Verstand keinen Job, weil
er nicht damit beschäftigt ist Wege des Schwelgens aufzuzeigen
und er ist auch nicht damit beschäftigt, Wege der Unterdrückung
aufzuzeigen. Also ruht er aus. Und diese Begegnung tritt natürlich ein. 

Du bist einfach hier. Du begegnest. Und wenn Elend durch diese
Begegnung befreit wird, wird enthüllt, dass es selbst Geist ist.
Es war einfach verschleiert, gebunden. 

Denn Geist ist überall.“

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Es sollte unter uns bleiben. Einige Zeit später

hatte sich dies rumgesprochen.
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,,Eine Erfahrung von Verletzung (…) ist unmittelbar die
Erfahrung. Und darin ist die Liebe dann nicht verdeckt.
(…) Die liebst einfach und Du bist verletzt.“
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Die lebensbejahende und offenherzige
Verkäuferin sagte mir, alle Männer seien
Schweine. Um nicht wieder verletzt zu
werden, wolle sie keine Beziehung mehr.
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,,Ich bin nicht daran interessiert, dass Du irgendwas mit dem Hass
machst. Ich bin nicht einmal daran interessiert, dass Du ihn loswirst.
Ich möchte, dass Du ihm begegnest, ihm einfach nur begegnest.
Vollkommen. Es scheint vielleicht unmöglich zu sein, das zu glauben, aber
der Hass selbst birgt einen Schatz in seinem Kern, birgt ein Geschenk.“
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Ich freute mich auf die voraussichtliche
Zärtlichkeit – es wurde ein nettes Gespräch.
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,,Dieser Kummer, diese göttliche Traurigkeit, ist sehr wichtig.
Es ist ein großes Geschenk vom Emotionalkörper. Und wir haben
normalerweise zumindest ein paar Wege, uns dem zu nähern. Ein
Weg ist es, den Kummer zu dramatisieren, den Kummer in einen
Tanz zu verwandeln. Oder in ein Lied oder ein Spiel. Den Kummer
und die Traurigkeit und den Schmerz zu glorifizieren. Und ein weiterer
üblicher Weg ist es, es zu verleugnen. Es aus dem Sichtfeld zu
verdrängen, aus dem Fühlen. Sich zu betäuben, sich abzutöten.
Es spielt keine Rolle, was davon ausgewählt wird, das Leiden ist
immer noch da. Der Kummer ist immer noch da. Die Traurigkeit
ist immer noch da. Der Verlust dessen, sich selbst treu zu sein,
ist immer noch präsent. (…) Wie diese Traurigkeit mit der Aktivität
der Bereicherung und der Angst vor weiterem Verlust verdeckt
wird. (…) Jeder hat danach gesucht zu gewinnen. Und ist vor
dem Verlieren weggerannt. Und darin hat jeder verloren.“

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Meine ehemalige Frau versprach
vor
Gott und Zeugen, mit mir durch gute wie

schlechte Zeiten zu gehen. Die Trennung
schmerzt sieben Jahre später immer noch.
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,,Es braucht eine reife Seele, um wirklich „Ja“ zu sagen (…)
In dieser Bereitschaft entdeckt man die Unberührbarkeit,
die unergründliche Reinheit und Unschuld von sich Selbst.“
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Du liebt mich. Doch Du darfst Dich nicht
mit mir in der Öffentlichkeit zeigen, darfst
mich nicht zu Dir nach Hause einladen.
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,,Dies ist ein göttlicher Schmerz. Er hat eine göttliche Absicht. Und
wenn Du ihm begegnest, wenn Du Dich mit ihm in Aufmerksamkeit
verbindest, wird er Dich zu diesem gegenwärtigen Moment tragen,
in dem Du vollkommen in Übereinstimmung bist mit der Wahrheit,
die Du bist.“

 

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Wir sehen uns nicht …

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Heute lud mich eine Bekannte spontan nach
Tübingen ins Kino ein. Bei dem Film „Gut gegen Nordwind “
geht es um einen Mann und eine Frau, die durch einen Irrtum
zuerst einen amüsant-philosophischen und mit der Zeit einen
immer persönlichen e-Mail-Kontakt fanden. Sie schrieben sich
offen, spontan und radikal ehrlich – wurden zunehmend
Seelenpartner, ja Liebende. Bei diesem Prozess kannten
sie nicht ihr jeweiliges Äußeres, begegneten sich
nicht von Angesicht zu Angesicht.

Gut gegen Nordwind01

Nach dem Film erinnerte ich mich an ein Erlebnis von vor
einigen Jahren. Ich war beim Ökodorf-Festival. An einem
sonnigen Nachmittag war ich Teilnehmer einer besonderen
Gruppe. Uns wurden die Augen verbunden und wir fanden
uns mit den Händen tastend zu Zweiergruppen zusammen.
Blind mit einem Partner Hand in Hand machten wir einen
Spaziergang durch sicheres und abwechslungsreiches Gelände,
einem sehenden Führer und unseren blinden Vorderleuten
lauschend hinterher. Irgendwann kam eine Pause, wir sollten
uns tastend eine neue Hand suchen und machten uns dann so
wieder auf den Rückweg. Wieder beim Ökodorf-Festival
angekommen, durften wir unsere Augenbinden abmachen
und reflektierten diese Übung. Soviel zum Setting.

Die erste Hand fühlte sich sensibel, vertrauensvoll,
stabil im Leben stehend und positiv an. Wir beide fanden
ein Gleichgewicht von Führen und Geführtwerden.
Andeutungsweise tauschten wir zwei-dreimal einen Hauch
von Zärtlichkeit aus und genossen unseren gemeinsamen
Weg. Stark, auf gleicher Augenhöhe, spontan und zutiefst
wertschätzend – so unsere Verbindung. Was für ein wunder-,
wundervoller Mensch da wohl Teil unserer Gruppe ist, so dachte
ich. Die zweite Hand auf dem Rückweg war demgegenüber
langweilig, ja fast schon seelenlos. Man erfüllte den aktuellen
Job, aber kein Sich-Begegnen. Wieder angekommen, durften
wir unsere Binden abnehmen und sprachen im Kreis von unseren
äußeren und inneren Erfahrungen. Nach diesem „offiziellen“ Teil
war ich natürlich neugierig, wem wohl die erste Hand gehörte.
Die „erste Hand“ war auch auf der Suche nach mir. Wir fanden
uns – und erschraken. Sie war schockiert, dass ich zu dieser
Hand gehörte. Ich war überrumpelt, dass diese Frau vor mir
tatsächlich meine erste Weggefährtin sein sollte. Natürlich
zeigten wir dies nicht, sondern fanden höfliche Worte für
unseren gemeinsamen Spaziergang – und sprachen
während des Festivals nicht mehr miteinander.

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Wir schauen nur, aber wir sehen nicht …
Andrej Tarkowskij

 

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herausfordernde Lie BE

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Hast du dich selbst lieb, so hast du alle Menschen
lieb wie dich selbst. Solange du einen einzigen
Menschen weniger lieb hast als dich selbst, so
hast du dich selbst nie wahrhaft lieb gewonnen.
Meister Eckhart: Predigten. Qui audit me

Wie sich selbst lieben, frage ich mich, so dass
ich sogar mir unliebsame Personen lieben kann?

Ihr kennt die Freude der Liebe nicht, solange es
Hass in euren Herzen gibt. Würdet ihr alles außer
einen bestimmten kleinen Wurm mit dem Saft des
Lebens ernähren, dann würde allein dieser gewisse
kleine Wurm euer Leben verbittern. Denn indem ihr
etwas oder jemanden liebt, liebt ihr in Wirklichkeit
nur euch selbst. Ebenso hasst ihr, indem ihr etwas
oder jemanden hasst, in Wahrheit nur euch selbst.
Denn was ihr hasst, ist untrennbar mit dem, was
ihr liebt, verbunden, gleichwie die Vorder- und
Rückseite ein und derselben Münze. Wenn ihr
ehrlich mit euch selbst sein wollt, dann müsst
ihr das lieben, was ihr hasst und was euch hasst,
bevor ihr das liebt, was ihr liebt und was euch liebt.

Liebe ist keine Tugend. Liebe ist eine Notwendigkeit,
mehr als Brot und Wasser, mehr als Licht und Luft.

Mikhail Naimy: Das Buch Mirdad

Ist der false-flag-Terrorist nicht auch ein Aspekt von mir?
Mein Vater, meine Ex-Frau, der Ausbeuter, der Kriegstreiber,
Jesus, Buddha? Das Ignorante und das Ehrliche, das Untreue
und das Miteinander-durch-dick-und dünn-Gehende; das
Machtmissbrauchende und das Erbauende, das Gewalttätige

und das Zarte – all das ist im Außen und auch in mir. Das Eine
nicht ohne das Andere. Nehme ich meine ganze Realität an?

Könnte ich dann womöglich tatsächlich lieben?

Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen;
tut wohl denen, die euch hassen.“

Jesus: Mt 5,44 

 

 


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schädliche Hilfe

Dank meinem Zugang zur Aufklärungsbewegung
habe ich vieles Schlechte hinter den Kulissen gesehen.
Seit fast 10 Jahren nun betreibe ich meinen Rundbrief
um Verbesserungsimpulse zu setzen.

Ich kann viel und eben auch viel Schlechtes in
meinen Mitmenschen sehen und dementsprechend
setze ich auch hier Verbesserungsimpulse.

Auf Nityas Blog fand ich nun folgendes Zitat:

Ihr seht immer den anderen in der Dunkelheit.
Das mag euch das illusorische Gefühl geben, dass
ihr hell seid, aber das kann euch keine Heiligkeit
geben. Und wenn ihr versucht, den anderen zu
erhellen, weil ihr glaubt, dass er in Dunkelheit
ist, macht das die Sache nur schlimmer – denn
das heißt, dem Schaden noch Spott hinzuzufügen.
Denn erstens ist die Dunkelheit eure Projektion,
und zweitens seid ihr nicht selber hell, ihr
könnt den anderen nicht erhellen.

Leute also, die versuchen, die Gesellschaft
zu transformieren, sind Übeltäter. Leute, die den
anderen verändern wollen, sind immer gefährlich.
Sie sind auf sehr subtile Weise Mörder. Und ihr
Mord ist so subtil, dass er nicht zu greifen ist.
Sie töten dich nicht direkt, sondern sie verkrüppeln
dich, sie beschneiden dich – und zwar „zu deinem
eigenen Guten“, so dass du nichts gegen sie sagen
kannst. Eure sogenannten Heiligen versuchen
nichts anderes, als die Dunkelheit zu zerstören,
die vielleicht gar nicht in euch ist, die sie aber in
euch hineinsehen. Sie sehen in euch eine Hölle,
weil das der einzige Weg ist, sich himmlisch
zu fühlen und zu sehen.

Osho: Die verbotene Wahrheit – über das Thomasevangelium