Rundbriefkasten


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Von der SED zur Atlantik-Brücke

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an:

bundespraesidialamt@bpra.bund.de
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Sehr geehrter Herr Gauck

Zu Ihrem heutigen Abschied
erinnere ich Sie an zwei meiner Rundbriefe.
k

Der eine zu Ihrer SED-Konformität:

Δ
Gemäß des MfS-Hauptmanns Terpe war die Stasi zufrieden mit Ihnen,
wie Sie z.B. 1988 einen zu politischen Kirchentag in Rostock verhindert
hätten. Gemäß dieser Quelle plante 1988 die Stasi, Sie in näherer Zukunft
die IM-Verpflichtungserklärung unterschreiben zu lassen.
Kam die Wende dazwischen?

Δ
Ihre Nachfolgerin als Leiterin der Gauckbehörde Frau Birthler gibt zu
bedenken, dass man auch ohne Verpflichtungserklärung ein IM gewesen
sein könnte. Doch fehlen wohl in Ihrem Falle hierzu ausreichend Belege.
Könnte das damit zusammenhängen, dass Sie 1990 an zwei Tagen
stundenlang ganz allein (siehe S. 44 f.) mit Ihren persönlichen Stasi-Akten
zugange war? Warum war niemand anwesend und warum wurden Sie
nicht wenigstens beim Verlassen des Rostocker Archivs kontrolliert?

Δ
Warum legten Sie nicht 2000 gegen ein Urteil des Landgerichts Rostock
Berufung ein? Seitdem ist es rechtskräftig, dass Sie als Begünstigter der Stasi
benannt werden dürfen. Und wofür erhielten Sie Ihre Privilegien? Deck(t)en
Sie z.B. Folterer, wie Ihnen von diesem Folteropfer vorgeworfen wird?

Δ
Warum stellten Sie ehemalige Stasi-Mitarbeiter für die Gauck-Behörde ein?
Warum belogen Sie über deren Anzahl das Parlament? Sollten MfS-Mitarbeiter
reingewaschen werden? Warum verschwanden so viele Stasi-Unterlagen?
Wieviele? Wer außer dem BND und dem Verfassungsschutz bekam noch
Stasi-Unterlagen, siehe diesen Leserbrief vom 23.02.2012. Washington?
Welche unserer Politiker sind hiermit erpressbar?

k

Der andere Rundbrief bezog sich auf Ihre Forderungen
nach mehr deutschen Militäreinsätzen:

Es gibt zahlreiche Aussagen von Ihnen, die m.E. den
Eindruck erwecken, als wollten Sie deutsche Kriegseinsätze
normalisieren. Einigen Ihrer  Aussagen stelle ich Bibelstellen
gegenüber, welche Sie als Pastor kennen dürften.

aus Ihren Predigten Bibel
Sie (die Bundeswehr) hat unser Zutrauen verdient, nicht nur in Debatten um den ‚gerechten Krieg‘ zu bestehen, sondern auch einem ‚gerechten Frieden‘ einen Weg zu bahnen. dass in unserm Lande
Gerechtigkeit und Friede
sich küssen.
Psalm 85,10 f.
Deutschland ist überdurchschnittlich globalisiert und profitiert deshalb überdurchschnittlich von einer offenen Weltordnung – einer Weltordnung, die Deutschland erlaubt, Interessen mit grundlegenden Werten zu verbinden. […] Die Beschwörung des Altbekannten wird künftig nicht ausreichen! Die Kernfrage lautet doch: Hat Deutschland die neuen Gefahren und die Veränderungen im Gefüge der internationalen Ordnung schon angemessen wahrgenommen? Reagiert es seinem Gewicht entsprechend? […] Ich meine: Die Bundesrepublik sollte sich als guter Partner früher, entschiedener und substantieller einbringen. […] Manchmal kann auch der Einsatz von Soldaten erforderlich sein. […] Auch wer nicht handelt, übernimmt Verantwortung. Es ist trügerisch sich vorzustellen, Deutschland sei geschützt vor den Verwerfungen unserer Zeit – wie eine Insel. Denn Deutschland ist so tief verwoben mit der Welt wie wenige andere Staaten. Somit profitiert Deutschland besonders von der offenen Ordnung der Welt. Und es ist anfällig für Störungen im System. Eben deshalb können die Folgen des Unterlassens ebenso gravierend wie die Folgen des Eingreifens sein –  manchmal sogar gravierender (…) Völker. Da werden sie ihre
Schwerter zu Pflugscharen und
ihre Spieße zu Sicheln machen.
Denn es wird kein Volk wider
das andere das Schwert erheben,
und sie werden hinfort nicht
mehr lernen, Krieg zu führen.
Jesaja 2,4
Ich habe das Gefühl, dass unser Land eine Zurückhaltung, die in vergangenen Jahrzehnten geboten war, vielleicht ablegen sollte zugunsten einer größeren Wahrnehmung von Verantwortung Stecke dein Schwert wieder an
seinen Ort! Denn wer zum
Schwerte greift, wird durchs
Schwert umkommen!
“Mt 26,52
Ich war nie Pazifist. Es gibt immer wieder Situationen, in denen man ernsthaft prüfen muss, ob ein militärisches Engagement ethisch vertretbar, vielleicht sogar geboten ist.  Selig die Frieden stiften, denn
sie  werden Töchter und Söhne
Gottes genannt werden.
Mt 5,9
Ja“ zu einer aktiven Teilnahme an Konfliktlösungen im größeren Rahmen mit Partnern der Europäischen Union und des Nordatlantischen Bündnisses. Du sollst nicht töten!
Dekalog
dass eine funktionierende Demokratie auch Einsatz fordert, Aufmerksamkeit, Mut, und eben manchmal auch das Äußerste, was ein Mensch geben kann: das Leben, das eigene Leben. Wer das Leben liebt, suche den
Frieden und jage ihm nach!
1. Petr. 3,11

 

Ihre vielen diplomatisch formulierten Forderungen nach einer
Zunahme militärischer Auslandseinsätze widersprechen dem Geist
der Bibel, doch nicht dem Papier „Neue Macht – Neue Verantwortung„,
welches 2013  von der „Stiftung Wissenschaft und Politik“ und auch
dem „German Marshall Fund“ veröffentlicht wurde. Beide Herausgeber
sind Mitglieder der Atlantik-Brücke. Sollten Sie womöglich auch,
Herr Gauck, etwas mit der Atlantik-Brücke zu tun haben? -> 2. Spalte …

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Mit freundlichen Grüßen
Andreas Straubinger