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Auch Trump drohnt

an:
president@whitehouse.gov
mail@bundestag.de
internetpost@bundesregierung.de
poststelle@auswaertiges-amt.de
lv.rheinland-pfalz@spd.de

Seit letzter Woche im Amt und schon ist D. Trump für 10 Drohnen-Tote
verantwortlich. Da dies ohne die Beihilfe Deutschlands nicht möglich
wäre, stellt sich mir die Frage, ob wir weiterhin mitmachen wollen

Quelle

oder ob wir unsere Unterstützung beim wöchentlichen Töten von
Muslimen
 beendenScheinbar wohl ersteres. Wenn unsere „Volksvertreter“
keine Konsequenzen ziehen und weiterhin unsere Verfassung missachten 

 

Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf
nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

GG, Art. 2

Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen
werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere
die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. 

GG, Art. 26

Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der
Deutschen Demokratischen Republik bekräftigen ihre Erklärungen,
dass von deutschem Boden nur Frieden ausgehen wird.

2+4 – Vertrag, Art. 2.

 

 wäre hier eine Möglichkeit, sich zu engagieren 

                                                                            ⇓

 

 


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Das neue Jahr bietet Dir vieles an.

 

Was wirst Du Dir nehmen, liebe Leserin, lieber Leser? Und warum?

 

 

Vor einigen Jahren, im Mai 2010, nahm ich an einem fünftägigen Seminar teil, bei
dem es um die spirituelle Bedeutung von Geld ging. Eine Übung, die wir machten,
bestand darin, dass die Seminarleiter eine Glasschüssel mit Geld vorne hinstellten.
In dieser Schüssel befanden sich 4000 € in zerknitterten Scheinen. Dadurch, dass
die Scheine zerknittert waren, füllten sie die ganze Schüssel. Es sah aus wie ein
Salat aus Geld. Das Geld verschenkten sie.

Die Übung bestand darin, dass man freiwillig vortreten konnte, um Geld aus der
Schüssel zu nehmen. Die einzige Bedingung war, dass man offen sagte, wie viel
und wofür man das Geld haben möchte. Außerdem hatten die beiden Seminarleiter
sowie alle Anwesenden das Recht zu sagen, ob das okay sei. Es zeigte sich im
Laufe der Übung – die insgesamt drei Stunden dauerte! – dass die Seminarteilnehmer,
ca. 70 Menschen, emotional und energetisch voll in ihre Prozesse kamen und jeder
sofort spüren konnte, welche Motive hinter dem Geldwunsch steckten und ob
dieser Betrag, den die jeweilige Person nehmen wollte, stimmte.

Es war erschütternd festzustellen, wie viel Schmerz und Scham mit diesem
Thema verbunden sind und wie tief das Thema Geld in die eigene Bedeutung als
Seele, als Person und als Mensch hineinragt. Es ist unmittelbar verbunden. Die
Menschen standen teilweise vorne und zitterten, weinten oder brachen zusammen,
wenn sie sich mit ihrem Wunsch zeigen mussten. Der Wert des Geldes war
unmittelbar mit ihrem Selbstwert verknüpft. Das Geld wurde tatsächlich verschenkt.
Es war kein Spiel und keine Simulation. Dadurch nahm die Übung einen sehr
existenziellen und ernsten Charakter an. Hier kamen alle Schatten hoch, die die
Menschen hatten, aber auch ihre reine Freude, wenn sie das Geld bekamen und sich
nun einen besonderen Wunsch, wie z.B. ein Kleid oder eine Reise erfüllen konnten.

In der Schüssel war ein 500-€-Schein, mehrere Hunderter, ansonsten
Fünfziger, Zwanziger und Zehner. Je kleiner der Schein, umso mehr Scheine
waren darin. Viele wollten so ca. 20-30 € haben. Sie sagten, sie wollten sich einen
kleinen Wunsch erfüllen, oder für ihre Kinder etwas kaufen oder Ähnliches. Ein
Mann wollte 100 €. Er war der Egoist in der Gruppe. Er ging nach vorne, brachte
seine Erklärung vor, die ziemlich selbstherrlich war, und nahm sich Geld aus
der Schüssel. Niemand der Anwesenden klatschte oder fühlte Zustimmung.
Es herrschte ein betretenes Schweigen im Raum, als er sich das Geld nahm.
Die Seminarleiter, die in der Regel ihr Feedback gaben, sagten nichts. Am Ende
der Übung, zwei Stunden später, trat dieser Teilnehmer jedoch vor und sagte, dass
er sich sehr schlecht fühle und das Geld zurückgeben möchte. Er hatte seine
egoistische Haltung erkannt und erklärte, dass er es getan habe, weil er
seinem Sohn gegenüber den starken Mann markieren wollte. Er fühlte aber
jetzt, dass es nicht stimmig war. Nachdem er Zeuge der anderen Prozesse
geworden war, bei denen die Menschen um ihren ehrlichen Wert gerungen
hatten, ging es ihm so schlecht, dass er es nicht mehr aushalten konnte.
Er musste das Geld zurückgeben – das war ihm ein dringendes Bedürfnis
und er entschuldigte sich vor der versammelten Gruppe.

Der 500-€-Schein lag sehr, sehr lange in der Schüssel und niemand traute
sich, ihn zu nehmen. Irgendwann trat eine Frau vor. Sie erklärte, dass sie
als Kind nie Taschengeld bekommen hatte, aber von ihrem Vater für kleine
Arbeiten bezahlt wurde und er ihr die Groschen in einer mahnenden Weise
vorgezählt hatte, was sie sehr beschämte und erniedrigte. Sie wollte Geld
nehmen, einfach um mal etwas zu bekommen, ohne dafür etwas leisten zu
müssen. Der Seminarleiter fragte sie, wie viel sie denn nehmen wolle. Es wurde
deutlich, dass es hier um ihren Selbstwert ging, der in ihrer Kindheit schon verletzt
worden war. Sie war sehr unsicher und hatte Tränen in den Augen. Sie zögerte und
traute sich nicht an die Schüssel zu treten. Der Seminarleiter musste sie mehrfach
auffordern, aber sie konnte keinen Betrag nennen. Schließlich musste sie sich
direkt vor die Schüssel stellen und nahm schließlich einen 20-€-Schein. Alle im
Raum waren sehr betroffen. Waren es 20 €, die sie sich wert war? Hatte sie so
viel Angst und Scham, sich mehr zu nehmen, wenigstens 50 € oder vielleicht 70 €?
Sie zitterte und weinte. Der Seminarleiter trat zu ihr, nahm sie in die Arme, griff
in die Schüssel und gab ihr den 500-€-Schein. Da brach sie zusammen. In dieser
Geste verdichtete sich das ganze Leiden ihres Lebens, die Erniedrigung als
kleines Kind und ihr Leben als Frau, die nie die Chance hatte, Selbstwert
zu entwickeln. Es war wirklich bestürzend, welche Kraft das Geld
hatte und wie stark es in den Selbstwert eingriff.

Es gab viele dieser erschütternden Begebenheiten. Es wurde klar,
dass jeder mit diesem Vortreten und Nehmen des Geldes seinen eigenen
persönlichen Wert erklären musste und direkt an seinen Schatten kam.
Er musste für seine Vision, seine Werte und seine Bedürfnisse geradestehen,
und alle diese Gefühle von Scham, Angst und Schmerz kamen hoch.

(…)

Quelle

p2

 


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Weihenacht in mir?

 

Im Matthäusevangelium fanden
Astronome mit Beobachtung und Wissen das Jesusbaby.
Mit welchen Hilfsmitteln kann ich das göttliche Kind in mir finden?

Die Wissenschaftler aus dem Zweistromland brachtem dem Kind
ihr Wertvollstes: Gold, Weihrauch und Myrrhe.
Inwieweit achte ich meinen göttlichen Kern?

Gott wurde Mensch, welcher sofort bedroht war, ermordet zu werden.
Versuche auch ich nicht allzu oft, Gott in mir zum Schweigen zu bringen?

Jesus begann als Flüchtling in Ägypten.
Verdränge ich nicht auch mein Inneres Kind?

Die Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium
ist eine völlig andere, doch die in mir auftauchenden
Fragen sind ähnlich. Maria und Josef waren auf dem Weg nach
Bethlehem,um von sich eine Adresskartei anfertigen zu lassen,
damit sie effektiver besteuert werden konnten
.
Nehme ich mir nicht allzu oft selbst einiges meiner Lebensenergie weg?

Es gab kein Zimmer zum Gebären.
Mache ich nicht auch die Gottesgeburt in mir schwer?

Die Hirten vernahmen den Engel, verließen ihre Schafe und
fanden das Baby, den verheißenen Freudenbringer.
In meinem Leben hat es nicht an Engeln gemangelt.
Werde ich der-der-ich-bin
oder verbleibe ich bei den Rudeltieren?

Die Hirten waren voller Freude und priesen Gott.
Werde auch ich Gottes Freude ausdrücken?

 

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 Wäre Christus tausend Mal in Bethlehem geboren und nicht in dir:
Du bliebest dennoch ewiglich verloren.

Angelus Silesius 

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Warum lebe ich?

Dies, liebe Freundin, fragst Du Dich. Dabei bist Du überzeugte Christin,
doch scheinst Du die für Dich nötigen Antworten in Deiner Gemeinde
nicht zu erhalten. Du siehst die Gefahr, dass Du weitere 10 Jahre nicht
vom Fleck kommst und Deine Zeit nur noch ablebst.

Mit Hilfe dieses Vortrags möchte ich versuchen, auf Deine Frage einzugehen.

Der Start meiner Reise
Kann ich meine Jetzt-Situation wahrnehmen oder verdränge ich sie?

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Das Ziel meiner Reise
Was hat Gott in mein Wesen gelegt? Wohin möchte ich?

Mein Weg
Wenn ich mir über Start und Ziel halbwegs im Klaren bin, kann
ich Schritte in diese Richtung unternehmen.

Meine Hindernisse
Manchmal falle ich. Stolpere öfters. Komme nicht weiter. Was
blockiert mich? Es können auch Glaubenssätze sein. Sollte der
Weg allein zu anstrengend sein, kann ich mir für eine Teilstrecke
einen Reisebegleiter suchen – der mich durchschaut …

image_thumb61

Der Lohn der Reise
Ausdauer und Mut lohnen sich, denn ich mache Fortschritte. Gehe
ich meinen Weg, werde ich authentischer, komme mehr mit der
Essenz in mir in Kontakt, lebe zunehmend im JETZT. Dogmen und
Automatismen verlieren an Kraft, ich werde freier und unangepasster.
Je mehr ich mich mit mir rückverbinde (religio), desto mehr kann
Gottes Licht&Liebe durch mich fließen. Ich werde, der/die
ich bin und frage irgendwann gar nicht mehr nach dem Sinn …

Viele Grüße
Andreas


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Wiedersehen mit Nina

 

Wenn ich nach Monaten der Abwesenheit auf meinen Tessiner Hügel zurückkehre, jedes mal wieder von seiner Schönheit überrascht und gerührt, dann bin ich nicht ohne weiteres einfach wieder zu Hause, sondern muss mich erst umpflanzen und neue Saugwurzeln treiben, muss Fäden wieder anknüpfen, Gewohnheiten wiederfinden und da und dort erst wieder Fühlung mit der Vergangenheit und Heimat suchen, ehe das südliche Landleben wieder zu munden beginnt. Es müssen nicht bloß die Koffer ausgepackt und die ländlichen Schuhe und Sommerkleider hervorgesucht werden, es muss auch festgestellt werden, ob es während des Winters tüchtig ins Schlafzimmer geregnet hat, ob die Nachbarn noch leben, es muss nachgesehen werden, was sich während eines halben Jahres hier wieder verändert hat, und wie viel Schritte der Prozess vorwärts gegangen ist, der allmählich auch diese geliebte Gegend ihrer lang bewahrten Unschuld entkleidet und mit den Segnungen der Zivilisation erfüllt. Richtig, bei der unteren Schlucht ist wieder ein ganzer Waldhang glatt abgeholzt,und es wird eine Villa gebaut, und an einer Kehre ist unsere Straße verbreitert worden, das hat einem zauberhaften alten Garten den Garaus gemacht. Die letzten Pferdeposten unserer Gegend sind eingegangen und durch Autos ersetzt, die neuen Wagen sind viel zu groß für diese alten, engen Gassen. Also nie mehr werde ich den alten Piero mit seinen beiden strotzenden Pferden sehen, wie er in der blauen Postillonsuniform mit der gelben Kutsche seinen Berg herunter gerasselt kommt, nie mehr werde ich ihn beim Grottodel Pace zu einem Glas Wein und einer kleinen außeramtlichen Ruhepause verführen. Ach, und niemals mehr werde ich über Liguno an dem herrlichen Waldrand sitzen, meinem liebsten Malplatz: ein Fremder hat Wald und Wiese gekauft und mit Draht eingezäunt, und wo die paar schönen Eschen standen, wird jetzt seine Garage gebaut.

Dagegen grünen die Grasstreifen unter den Reben in der alten Frische, und unter den welken Blättern hervor rascheln wie immer die blaugrünen Smaragdeidechsen, der Wald ist blau und weiß von Immergrün, Anemonen und Erdbeerblüte, und durch den junggrünen Wald schimmert kühl und sanft der See herauf.

Ich habe die Koffer ausgepackt, habe mir die Dorfneuigkeiten erzählen lassen, habe der Witwe des verstorbenen Cesco kondoliert und der Ninetta zu ihrer schwarzäugigen Bambina Glück gewünscht, ich habe auch meine Malsachen herausgesucht und bereitgelegt, den Rucksack, das Stühlchen, das hübsche körnige Aquarellierpapier, die Bleistifte, die Farben. Das ist immer das hübscheste bei dieser Arbeit: alle die kleinen Vertiefungen meiner Palette mit den frischen, froh leuchtenden Farben anzufüllen, dem beglückenden Kobaltblau, dem lachenden Zinnober, dem zarten Zitrongelb, dem durchsichtigen Gummigutt. Das wäre nun getan. Aber mit dem Wiederbeginn des Malens ist es so eine Sache, ich schiebe es gern noch ein wenig hinaus, bis morgen, bis zum Sonntag, bis zur nächsten Woche. Wenn man nach sechs Monaten zum ersten mal wieder im Grünen sitzt und seinen Pinsel ins Wasser taucht und sich jetzt wieder daran machen will, ein Stück vom Sommer aufs Papier zu bringen, dann sitzt man mit dem entwöhnten Auge und der ungeübten Hand recht hilflos und traurig da, und Gras und Stein, Himmel und Gewölk sind schöner, als sie jemals waren, und unmöglicher und gewagter als je scheint es, sie malen zu wollen. Nein, ich warte damit noch ein wenig. Immerhin, ein ganzer Sommer und Herbst liegt vor mir, noch einmal hoffe ich es ein paar Monate lang gut zu haben, lange Tage im Freien dahinzuleben, die Gicht wieder ein wenig loszuwerden, mit meinen Farben zu spielen und das Leben etwas fröhlicher und unschuldiger zu leben, als es im Winter und in den Städten möglich ist. Schnell laufen die Jahre weg – die barfüßigen Kinder, die ich vor Jahren bei meinem Einzug in dies Dorf zur Schule laufen sah, sind schon verheiratet oder sitzen in Lugano oder Mailand an Schreibmaschinen oder hinter Ladentischen, und die damaligen Alten, die Dorfgreise, sind inzwischen gestorben.

Da fällt mir die Nina ein – ob die noch am Leben ist? Lieber Gott, dass ich erst jetzt an sie denke! Die Nina ist meine Freundin, eine der wenigen guten Freundinnen, die ich in der Gegend habe. Sie ist 78 Jahre alt und wohnt in einem der hintersten kleinen Dörfchen der Gegend, an welches die neue Zeit noch nicht die Hand gelegt hat. Der Weg zu ihr ist steil und beschwerlich, ich muss in der Sonne einige hundert Meter den Berg hinab und jenseits wieder hinaufsteigen. Aber ich mache mich sofort auf den Weg und laufe erst durch die Weinberge und den Wald bergab, dann quer durchs grüne schmale Tal, dann steil jenseits bergan über die Hänge, die im Sommer voll von Zyklamen und im Winter voll von Christrosen stehen. Das erste Kind im Dorf frage ich, was denn die alte Nina mache. O, wird mir erzählt, die sitze am Abend noch immer an der Kirchenmauer und schnupfe Tabak. Zufrieden gehe ich weiter: sie ist also noch am Leben, ich habe sie noch nicht verloren, sie wird mich lieb empfangen und wird zwar etwas brummen und klagen, mir aber doch wieder das aufrechte Beispiel eines einsamen alten Menschen geben, der sein Alter, seine Gicht, seine Armut und Vereinsamung zäh und nicht ohne Spaß erträgt und vor der Welt keine Faxen und Verbeugungen macht, sondern auf sie spuckt und gesonnen ist, bis zur letzten Stunde weder Arzt noch Priester in Anspruch zu nehmen.

Von der blendenden Straße trat ich an der Kapelle vorbei in den Schatten des uralten finsteren Gemäuers, das da verwinkelt und trotzig auf dem Fels des Bergrückens steht und keine Zeit kennt, kein anderes Heute als die ewig wiederkehrende Sonne, keinen Wechsel als den der Jahreszeiten, Jahrzehnt um Jahrzehnt, Jahrhundert um Jahrhundert. Irgendeinmal werden auch diese alten Mauern fallen, werden diese schönen, finstern, unhygienischen Winkel umgebaut und mit Zement, Blech, fließendem Wasser, Hygiene, Grammophonen und andern Kulturgütern ausgestattet sein, über den Gebeinen der alten Nina wird ein Hotel mit französischer Speisekarte stehen oder ein Berliner seine Sommervilla bauen. Nun, heute stehen sie noch, und ich steige über die hohe Steinschwelle und die gekrümmte steinerne Treppe hinauf in die Küche meiner Freundin Nina. Da riecht es wie immer nach Stein und Kühle und Ruß und Kaffee und intensiv nach dem Rauch von grünem Holz, und auf dem Steinboden vor dem riesigen Kamin sitzt auf ihrem niederen Schemel die alte Nina und hat im Kamin ein Feuerchen brennen, von dessen Rauch ihr die Augen etwas tränen, und stopft mit ihren braunen gichtgekrümmten Fingern die Holzreste ins Feuer zurück.

»Hallo, Nina, grüß Gott, kennt Ihr mich noch?«

»Oh, Signor poeta, caro amico, son content dirivederla!«

Sie erhebt sich, obwohl ich es nicht dulden will, sie steht auf und braucht lange dazu, es geht mühsam mit den steifen Gliedern. In der Linken hat sie die hölzerne Tabaksdose zittern, um Brust und Rücken ein schwarzes Wolltuch gebunden. Aus dem alten schönen Raubvogelgesicht blicken traurigspöttisch die scharfen gescheiten Augen. Spöttisch und kameradschaftlich blickt sie mich an, sie kennt den Steppenwolf, sie weiß, dass ich zwar ein Signore und ein Künstler bin, dass aber doch nicht viel mit mir los ist, dass ich allein da im Tessin herumlaufe und das Glück ebenso wenig eingefangen habe wie sie selber, obwohl ohne Zweifel wir beide ziemlich scharf darauf aus waren. Schade, Nina, dass du für mich vierzig Jahre zu früh geboren bist. Schade! Zwar scheinst du nicht jedem schön, manchen scheinst du eher eine alte Hexe zu sein, mit etwas entzündeten Augen, mit etwas gekrümmten Gliedern, mit dreckigen Fingern und mit Schnupftabak an der Nase. Aber was für eine Nase in dem faltigen Adlergesicht! Was für eine Haltung, wenn sie sich erst aufgerichtet hat und in ihrer hagern Größe aufrecht steht! Und wie klug, wie stolz, wie verachtend und doch nicht böse ist der Blick deiner schön geschnittenen, freien, unerschrockenen Augen! Was musst du, greise Nina, für ein schönes Mädchen, was für eine schöne, kühne, rassige Frau gewesen sein! Nina erinnert mich an den vergangenen Sommer, an meine Freunde, an meine Schwester, an meine Geliebte, die sie alle kennt, sie späht dazwischen scharf nach dem Kessel, sieht das Wasser sieden, schüttet gemahlenen Kaffee aus der Lade der Kaffeemühle hinein, stellt mir eine Tasse her, bietet mir zu schnupfen an, und jetzt sitzen wir am Feuer, trinken Kaffee, spucken ins Feuer, erzählen, fragen, werden allmählich schweigsam, sagen dies und jenes von der Gicht, vom Winter, von der Zweifelhaftigkeit des Lebens.

»Die Gicht! Eine Hure ist sie, eine verfluchte Hure! Sporca puttana! Möge sie der Teufel holen! Möge sie verrecken. Na, lassen wir das Schimpfen! Ich bin froh, dass Ihr gekommen seid, ich bin sehr froh. Wir wollen Freunde bleiben. Es kommen nicht mehr viele zu einem, wenn man alt ist. Achtundsiebzig bin ich jetzt.«

Sie steht nochmals mit Mühen auf, sie geht ins Nebenzimmer, wo am Spiegel die erblindeten Photographien stecken. Ich weiß, jetzt sucht sie nach einem Geschenk für mich. Sie findet nichts und bietet mir eine der alten Photographien als Gastgeschenk an, und als ich sie nicht nehme, muss ich wenigstens noch einmal aus ihrer Dose schnupfen.

Es ist in der verrauchten Küche meiner Freundin nicht sehr sauber und gar nicht hygienisch, der Boden ist vollgespuckt, und das Stroh am Stuhl hängt zerrissen herunter, und wenige von Euch Lesern würden gern aus dieser Kaffeekanne trinken, dieser alten blechernen Kanne, die schwarz von Ruß und grau von Aschenresten ist und an deren Rändern seit Jahren der vertrocknete eingedickte Kaffee eine dicke Kruste gebildet hat. Wir leben hier außerhalb der heutigen Welt und Zeit, etwas ruppig und schäbig zwar, etwas verkommen und gar nicht hygienisch, aber dafür nahe bei Wald und Berg, nahe bei den Ziegen und Hühnern (sie laufen gackernd in der Küche herum), nahe bei den Hexen und Märchen. Der Kaffee aus der krummen Blechkanne schmeckt wundervoll, ein starker tiefschwarzer Kaffee mit einem leisen, aromatischen Anflug vom bittern Geschmack des Holzrauches, und unser Beisammensitzen und Kaffeetrinken und die Schimpfworte und Koseworte und das tapfere alte Gesicht der Nina sind mir unendlich viel lieber als zwölf Tee-Einladungen mit Tanz, als zwölf Abende mit Literaturgespräch im Kreise berühmter Intellektueller – obwohl ich gewiss auch diesen hübschen Dingen ihren relativen Wert nicht absprechen möchte.

Draußen geht jetzt die Sonne weg, Ninas Katze kommt herein und ihr auf den Schoß gesprungen, wärmer leuchtet der Feuerschein an den gekalkten Steinwänden. Wie kalt, wie grausam kalt muss der Winter in dieser hohen, schattigen, leeren Steinhöhle gewesen sein, nichts drin als das winzige offene Feuerchen, im Kamin flackernd, und die alte einsame Frau mit der Gicht in den Gelenken, ohne andere Gesellschaft als die Katze und die drei Hühner.

Die Katze wird wieder fortgejagt. Nina steht wieder auf, groß und gespenstisch steht sie im Zwielicht, die hagere knochige Gestalt mit dem weißen Schopf über dem streng blickenden Raubvogelgesicht. Sie lässt mich noch nicht fort. Sie hat mich eingeladen, noch eine Stunde ihr Gast zu sein und geht nun, um Brot und Wein zu holen. 

(1927)

 

Hermann Hesse, Die Kunst des Müßiggangs, S. 393 ff


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Ein palästinensisch-israelisch-ägyptischer Staat?

 

an:
frank-walter.steinmeier@bundestag.de
embassy@egyptian-embassy.de 

botschaft@israel.de
info@palaestina.org



ein visionärer Gastbeitrag von Rudi

Technologisch-wirtschaftliches Gemeinschaftsprojekt mit
umfassenden politisch-sozialen Auswirkungen

Gründung eines tri-nationalen Quasi-Staates
unter internationaler Protektion

 

Gebiet 

in nördlicher Sinai-Halbinsel
Mittelmeernähe
im Anschluss an den Gazastreifen
mit Grenze zu Israel
FRIE


integriertes Entwicklungsprojekt

  1. großtechnologisches Solarkraftwerk als Ausgangspunkt
  2. solartechnologische Forschung insbs für sonnenintensive Gebiete
  3. Stadtentwicklung unter Berücksichtigung moderner
    städtebaulicher Erkenntnisse
  4. Verkehrsinfrastruktur in Richtung Kairo , Israel , Palästina
  5. globale Verkehrsanschlüsse : Flughafen /Mittelmeerhafen
  6. Entwicklung industrieller Kerne; Entwicklung von
    angepasster Landwirtschaft
  7. Verfassung und internationale Anerkennungieden

 

Beteiligte

Ägypten
Israel
Republik Palästina

freiwilliger Zuzug

Kooperationspartner
Syrien
Libanon
Jordanien
Europäische Union und andere internationale Kooperationspartner

 

Vorteile

  • unmittelbar nutzbare „Produkte“ : Energie, eventuell Wasser
  • Beschäftigung und Einkommen
  • demographische Entlastung der palästinensischen Kerngebiete
  • positive Zukunftsperspektive mit parallelem Aggressionsabbau
    (innerstaatlich und zwischenstaatlich)
  • politische Entspannung

 

Finanzierung

  • Rendite aus Reduzierung der Militärausgaben
  • EU und insbs Deutschland anstelle der bisherigen bilateralen Hilfen
  • bei Erfolg : Eigenfinanzierung
  • Investitionen aus den Golf-Staaten

Frieden
Ein großes Problem dürfte dabei der staats- und völkerrechtliche
Status dieses Gebiets werden. Eine Möglichkeit wäre, dass Ägypten
das Gebiet auf der Sinai-Halbinsel zu einem symbolischen Preis an
einen Staat Palästina bzw an den neuen Quasistaat verkauft;
gleichzeitig müsste es möglich werden , dass ägyptische Staatsbürger
dort ansässig werden. Und zwar mit vollen politischen Rechten.

Das vorliegende Konzept beschränkt sich bewusst auf ganz
grundlegende Aspekte. Es werden keine Karten oder inhaltliche
Details vorgestellt: Jeder kann und soll selbst dieses Konzept zunächst
einmal weiterdenken. Eine möglicherweise kritische Betrachtung
soll sich dann nicht auf Nebenaspekte beziehen.

Der vorgeschlagene Weg mag unrealistisch erscheinen; aber
solange die herkömmlichen Ansätze zu keiner Lösung führen, ist
diese Alternative legitim. 
Dieses Konzept lässt viele Fragen offen,
jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Rudolf Winker
RWinker@gmx.de